Als Mocks Schatten und sein Bussi aus dem Nichts kamen

28. Februar 2014, 20:38
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EU-Verhandler blicken aufs große Gemeinsame zurück

Die Hauptperson fehlte aus Krankheitsgründen bei dem "Klassentreffen der besonderen, anderen Art" und wurde von seiner Frau Edith vertreten. Dennoch war der frühere Außenminister Alois Mock fast allgegenwärtig, als sich am Freitag praktisch die gesamte damalige Führungsspitze des Landes traf, um die Erinnerung an den Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen am 1. März 1994 knapp vor Mitternacht Revue passieren zu lassen.

"Ich weiß es noch wie heute. Auf einmal sehe ich den Schatten kommen. Und das war's dann", erzählt Brigitte Ederer, wie es zum berühmten "Busserl" von Mock nach Verhandlungsende bei einer Pressekonferenz gekommen war, zum Gaudium des Publikums. Die Delegation sei erschöpft, aber dennoch "strahlend" zurückgekommen, erinnerte sich der EU-Abgeordnete Othmar Karas, der zum "Veteranentreffen" geladen hatte.

Ex-Vizekanzler Erhard Busek wie auch Ex-Landwirtschaftskammerchef Rudolf Schwarzböck priesen den "Geist der Gemeinsamkeit" über alle Partei- und Interessengegensätze hinweg.

Neben Ferdinand Lacina und Franz Fischler saßen erstmals Franz Vranitzky und Wolfgang Schüssel als Ex-Kanzler auf einer Bühne. Vranitzky berichtete, wie mühsam es gewesen sei, den "sehr ruppigen" französischen Präsidenten François Mitterrand zu überzeugen. Er widersprach auch dem angereisten Ex-Europaminister und "bösen Buben" von damals, wonach der Widerstand aus Paris nur technische Gründe gehabt habe: "Das habe ich anders in Erinnerung."

Laut Schüssel liefen die Fronten quer durch die EU. Aber der deutsche Kanzler Helmut Kohl habe als Freund geholfen. (tom, DER STANDARD, 1.3.2014)

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