6 aus 573: Niederösterreichische Vorwahlwehen

Ansichtssache2. März 2014, 09:00
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Sechs Gemeinden des Landes und ihre politisch brennendsten Fragen

Nur ein Jahr nach der Landtagswahl rüsten sich die Parteien in Niederösterreich für den nächsten Urnengang. Im März 2015 stehen die Gemeinderäte in 570 der 573 Kommunen zur Wahl. Andrea Heigl und Gudrun Springer über sechs große und kleine, schwarze und rote Orte, in denen es in den letzten Jahren politisch besonders heiß hergegangen ist. (DER STANDARD, 1.3.2014)

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foto: reuters

Rechte Regungen und andere Unannehmlichkeiten - Amstetten kam nicht aus den Schlagzeilen

Amstetten - Alles begann mit Josef F. Mit dem großen Inzestfall kam Amstetten, eine eher beschauliche Kleinstadt im Mostviertel, 2008 zu zweifelhafter Berühmtheit. Und wenn auch die internationale Mediencoverage nach dem Fall F. sprunghaft nachließ, so wollten die unangenehmen Schlagzeilen doch nicht enden.

Als 2011 der grüne Gemeinderat Raphael Lueger forderte, Adolf Hitler die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen, offenbarte sich Erstaunliches im Gemeinderat: Die SP kam dem (rechtlich belanglosen) Wunsch zähneknirschend nach, nicht ohne Lueger dafür maßzuregeln, das Thema aufs Tapet gebracht zu haben. Die Blauen verweigerten überhaupt ihre Zustimmung zu dem Antrag. FP-Gemeinderätin Brigitte Kashofer war es auch, die für den nächsten Wirbel in der Stadt sorgte, indem sie 2012 das Frauenhaus torpedierte. Dieses hält sie für "an der nachhaltigen Zerstörung von Ehen und Partnerschaften maßgeblich beteiligt".

Kurz zuvor hatte sich überraschend der langjährige, beliebte SP-Stadtchef Herbert Katzengruber aus dem Bürgermeistersessel verabschiedet; der ganze Wirbel dürfte maßgeblich dazu beigetragen haben. Seine Nachfolgerin Ursula Puchebner steht 2015 vor der Herausforderung, 57 Prozent zu verteidigen. Scheitert sie, wäre das symbolträchtig, ist Amstetten doch eine der letzten verbliebenen roten Bastionen in Niederösterreich.

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