Neues Gestenerkennungssystem kommt ohne Akku aus

3. März 2014, 18:50
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Ultra-Low-Power-Empfänger erkennt Gesten über Veränderungen umgebender Funksignale

Forscher der University of Washington arbeiten an einer vielversprechenden Technologie zur Erkennung von Gesten. Diese könnte künftig in mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets zum Einsatz kommen und soll ohne Stromversorgung durch den Akku funktionieren.

AllSee

In einer ersten Ausführung zeigten die Wissenschaftler ihre Erfindung bereits im Vergangenen Juni, damals unter dem Titel "WiSee". Der von ihnen entwickelte Sensor konnte Anhand von Veränderungen des Signals eines drahtlosen Netzwerks bestimmte Gesten erkennen. Je nach Veränderungsmuster (man spricht auch vom "Doppler Shift") lässt sich ermitteln, ob etwa eine Hand oder ein Fuß bewegt wurde.

Mittlerweile konnten sie ihre Technologie zu "AllSee" weiterentwickeln. Nunmehr können nicht nur WiFi-Signale ausgwertet werden, sondern auch andere Signale, die für die drahtlose Übertragung verwendet werden -  etwa fürs Fernsehen, berichtet ScienceDaily.

Kaum Strombedarf

Das System soll einen Energieverbrauch haben, der um den Faktor drei oder vier niedriger liegt als bei bestehende Gestenerkennungs-Lösungen. Der entsprechende Ultra-Low-Power-Sensor benötigt nach Angaben der Forscher eine Energiezufuhr im niedrigen zweistelligen Mikrowattbereich, die sich durch die Nutzung der Umgebungssignale bereitstellen assen soll. Die Implementierung in Geräte soll weniger als einen Dollar kosten.

In einem Testlauf mit acht verschiedenen Gesten erkannte der Sensor die Eingaben in über 90 Prozent der Fälle richtig, trotz einer Distanz von mehr als 60 Zentimeter. So soll es etwa möglich sein, per Handbewegung die Musikwiedergabe auf einem Telefon zu steuern, das sich gerade in der Hosen- oder Handtasche befindet. Eine einleitende "Wake-up"-Geste soll verhindern, dass das Gerät normale Bewegungen fälschlich als Kommando interpretiert.

Internet der Dinge

Das System könnte für das "Internet der Dinge" noch eine wichtige Rolle spielen, da es sich auch in alltägliche Haushaltselektronik integrieren lässt. Die Entwicklung wird von der Washington Research Foundation und Geld aus einem Google-Forschungswettbewerb finanziert. (gpi, derStandard.at, 28.02.2014)

 Video: AllSee

  • Durch die Veränderungen drahtlos übermittelter Signale erkennt AllSee Gesten.
    foto: allsee

    Durch die Veränderungen drahtlos übermittelter Signale erkennt AllSee Gesten.

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