AUA-Bordbetriebsrat bricht KV-Gespräche ab

28. Februar 2014, 14:15
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Bei der AUA gehen wieder die Wogen hoch, die Verhandlungen über einen neuen Firmen-KV gerieten aus Sicht des Betriebsrat ins Stocken

Wien - Der AUA-Betriebsrat spricht von einem "unverständlichen Zickzack-Kurs" des AUA-Managements und unterbricht die Kollektivvertragsverhandlungen mit dem Unternehmen. Nun setzt der Betriebsrat auf einen Branchen-Kollektivvertrag. "Wenn die AUA wirklich will, dann schaffen wir das locker in einem Jahr", sagte Karl Minhard, Chef des AUA-Bordbetriebsrats, am Freitagnachmittag vor Journalisten.

Die Verhandlungen über einen neuen Firmen-KV hätten bis 31. Mai abgeschlossen werden sollen. Auch Sicht des Betriebsrats sind diese zuletzt ins Stocken geraten. Außerdem argumentiere die AUA vor Gericht, dass der alte Firmen-KV nichtig sei, weil dieser nicht von den Sozialpartnern verhandelt worden sei. Daher habe man das Vertrauen in eine Firmenvereinbarung verloren, sagte Minhard.

Runder Tisch

Am 25. März wäre die nächste KV-Rundefällig gewesen. Gottfried Winkler, Vorsitzender der Gewerkschaft Vida, geht davon aus, dass vor diesem Termin schon ein "Runder Tisch" zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zum Thema Branchen-KV für die Luftfahrt stattfinden wird. Dieser soll ausloten, ob ein gemeinsamer Kollektivvertrag verhandelt werden kann. Im Gegensatz zu früher ziehen jetzt die Betriebsräte beziehungsweise Gewerkschaften von AUA (Vida) und Niki (GPA) an einem Strang, sagte er.

Im April 2013 wurde die Branche, die bis hin zu Ballonfahrern verschiedenste Interessengruppen umfasst, von den Sozialpartner als zu heterogen für einen Branchen-KV eingestuft. Damals sei Niki (Flyniki) aber nicht mit an Bord gewesen, so Winkler.

Am Vormittag fanden aus aktuellem Anlass Betriebsversammlungen statt. Betroffen waren auch Passagiere, weil zahlreiche Maschinen erst mit Verspätung abhoben.

Streik bei Lufthansa droht

Beim AUA-Mutterkonzern Lufthansa stehen die Zeichen bereits auf Streik. Seit zwei Jahren kann sich die Airline mit ihren Piloten nicht auf einen neuen Gehaltstarif einigen. Drei Wochen vor Ablauf der Urabstimmung am 21. März scheinen die Verhandlungen festgefahren.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt der Umstand, dass die Lufthansa zum Jahresende sowohl die betriebliche Altersversorgung als auch die sogenannte Übergangsversorgung für das fliegende Personal gekündigt hat. Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit sprach in diesem Zusammenhang von einer Kriegserklärung. (APA/red, derStandard.at, 28.2.2014)

  • Beim AUA-Betriebsrat herrscht wieder einmal Unmut.
    foto: ap/punz

    Beim AUA-Betriebsrat herrscht wieder einmal Unmut.

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