Japan prüft Entschuldigung für "Trostfrauen"

28. Februar 2014, 12:32
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Grundlage der 1993 abgegebenen Erklärung über Zwangsprostitution im Zweiten Weltkrieg soll untersucht werden

Tokio/Peking - Japans rechtskonservative Regierung lässt eine historische Entschuldigung des Landes für das Leiden von Zwangsprostituierten der kaiserlichen Armee während des Zweiten Weltkriegs überprüfen. Ein Gremium solle untersuchen, auf welcher Basis die damalige Regierung die sogenannte Kono-Erklärung von 1993 verfasst habe, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga am Freitag laut Medien.

In der Erklärung hatte sich Japan dafür entschuldigt, dass die kaiserliche Armee direkt oder indirekt bei der Einrichtung und Unterhaltung von Frontbordellen involviert war. Zudem entschuldigte sich Japan darin, Frauen in diese Bordelle gebracht zu haben, allerdings wurde die Erklärung nie vom Parlament gebilligt. Historiker schätzen, dass etwa 200.000 dieser sogenannten "Trostfrauen" aus Korea, China und anderen Ländern vom damaligen japanischen Militär als Sexsklavinnen ausgebeutet wurden. Die meisten Schadensersatz-Klagen wurden abgelehnt.

Der Regierungssprecher ließ offen, ob die Kono-Erklärung gegebenenfalls durch einen neuen Text ersetzt wird. Die vom damaligen Regierungssprecher Yohei Kono abgegebene Entschuldigung basierte auf Aussagen von 16 südkoreanischen Frauen. (APA/red, derStandard.at, 28.2.2014)

 

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