"Fable 3 ist ein Wrack": Peter Molyneux kritisiert eigenes Spiel

28. Februar 2014, 12:32
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Umstrittener Spielemacher strebt nach dem "perfekten Juwel"

Peter Molyneux gehört zu den bekanntesten Entwicklern der Spielebranche. Erarbeitete er sich in den 1990ern mit Spielen wie "Syndicate" und "Dungeon Keeper" einen Ruf als experimentierfreudiger Innovator, schlägt ihm nun mittlerweile deutlich mehr Skepsis entgegen.

Nicht nur einmal schürte der Spielemacher hohe Erwartungen ob seines nächsten Werkes, welches die hehren Versprechungen schlussendlich nicht erfüllen konnte. In einem Gespräch mit VG247 erklärt Molyneux nun, wieso das so ist und spart dabei auch nicht mit Kritk an der eigenen Arbeit.

"Das perfekte Juwel"

Er habe immer "das perfekte Juwel im Kopf", wenn er sich daran mache, ein Spiel umzusetzen, erklärt er. So auch bei der "Fable"-Reihe. Für ihn hätte es ein großartiges, unterhaltsames und kunstvolles Werk werden sollen, das für jeden zugänglich sein sollte. Aber daraus wurde nichts, sagt Molyneux, das Spiel war nicht schlecht, doch "es hatte immer irgendwelche Schwächen".

Mit "Fable 2" gelang aber ein Schritt in die richtige Richtung, befindet er. Doch "Fable 3 ist ein Wrack". Das Spiel sei viel größer konzipiert worden als das, was am Ende herauskam. Wenn es möglich wäre, würde er ein weiteres Jahr Entwicklung in den Titel stecken und versuchen, die Fortschritte zwischen den ersten beiden Teilen auf den dritten zu übertragen. Das im Mai 2011 erschienene Spiel hatte insgesamt eher durchschnittliche Pressekritiken eingeheimst.

"Empirischer Verfall"

Molyneux zieht aus der Vergangeheit auch Lehren für sich selbst. "Ich sollte nicht immer so euphorisch vor der Presse sein", meint er. Denn es gäbe einen "empirischen Verfall" zwischen der eigenen Vorstellung eines Spieles und dem finalen Produkt. Ein Problem, so der Entwickler weiter, mit dem viele Kreative kämpfen würden.

Zuletzt hat Molyneux die Spielerschaft Mitte 2013 mit dem "Curiosity"-Experiment beschäftigt und werkt an der Göttersimulation "Godus", die sich derzeit in der Betaphase befindet. (gpi, derStandard.at, 28.02.2014)

  • Peter Molyneux will vor der Presse künftiger weniger euphorisch auftreten, um nicht mehr zu große Erwartungen zu schüren.
    foto: game developers conference / cc-by 2.0

    Peter Molyneux will vor der Presse künftiger weniger euphorisch auftreten, um nicht mehr zu große Erwartungen zu schüren.

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