Opernball: N-Wort und Blackface

28. Februar 2014, 11:57
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Lugner-Gast Kim Kardashian soll den Opernball wegen rassistischer Vorfälle frühzeitig verlassen haben

Richard Lugners diesjähriger Opernballgast Kim Kardashian ist aus Empörung über rassistische Zwischenfälle am Donnerstag aus der Staatsoper geflohen, berichtete die amerikanische Hollywood-Presse am Tag danach.

Der Vorwurf: Ein Ballbesucher habe im Lauf der Nacht in Kardashians Gegenwart das N-Wort verwendet. Gemeint ist damit offenbar der deutsche Komiker Oliver Pocher, der in einem ORF-Interview mit Mirjam Weichselbraun meinte, er warte wegen einer Tanzeinlage noch auf den Song "Niggas in Vienna". Das dürfte eine Anspielung auf das Album "Niggas in Paris" des Rappers Jay-Z und des Kardashian-Verlobten Kanye West sein, der für ein Überraschungskonzert in Berlin ebenfalls nach Europa gekommen war.

Ein Mann in Blackface

"Beleidigte mich mit Blackface", zitiert die Klatschplattform TMZ Kardashian in ihrem Bericht. Ein Mann in "Blackface" (schwarz angemaltes Gesicht bzw. parodisierende Darstellung von People of Colour) sei am Opernball als Gast aufgetaucht und habe unter den amerikanischen Gästen für Aufregung gesorgt, so Kardashian. Sich als Weißer das Gesicht schwarz anzumalen, gilt in den USA als rassistischer Affront. Die amerikanischen Medien zeigen sich nun verwundert darüber, dass diese Auffassung in Österreich nicht vertreten wird.


Chris Stephan als Silvio Berlusconi auf der Suche nach seiner Ruby beim Opernball 2011.

Es handelte es sich wohl um Puls-4-Moderator und Stand-up-Comedian Chris Stephan, bekannt für seine kontroversen und exzentrischen Kostüme und Auftritte während der Opernball-Berichterstattung. Seine diesjährige Verkleidung - schwarz angemaltes Gesicht und weißer Anzug - dürfte und sollte wohl als Kanye-West-Parodie verstanden worden sein. Auf seiner Facebook-Seite postet er gestern ein entsprechendes Foto.

Laut "TMZ" und Blogs wie Perez Hilton hatte sich Stephan sogar vor Kardashian als ihr Verlobter ausgegeben und um einen Tanz gebeten. Die amerikanischen Medien sprachen daraufhin von "rassistischer Belästigung", sahen Kardashian als "Opfer geschmacklosen Verhaltens" und zeigten sich über die Gäste und Sitten am Opernball empört.

Update: 15:30 Uhr

Mittlerweile hat sich Chris Stephan auf seiner Facebookseite entschuldigt: "Es tut mir unheimlich leid, dass die Geschichte so in die Hose ging und komplett falsch verstanden wurde. Ich bin selbst Araber, geboren in Österreich! Ich wollte mit dieser Aktion in keinster Weise rassistisch sein und entschuldige mich nochmals dafür bei allen, die sich angegriffen gefühlt haben!"

(Olja Alvir, derStandard.at, 28.2.2014)

  • Da dürfte die Welt noch in Ordnung gewesen sein: Kim Kardashian und Richard Lugner bei der Ankunft am Opernball.
    foto: apa/pfarrhofer

    Da dürfte die Welt noch in Ordnung gewesen sein: Kim Kardashian und Richard Lugner bei der Ankunft am Opernball.

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