EU-Kommission will irreführendes "Free" aus "Free2Play"-Spielen verbannen

28. Februar 2014, 09:54
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Nur Spiele, die zur Gänze kostenlos sind, sollen als "Free" bezeichnet werden

Das aktuell sehr populäre "Free2Play"-Geschäftsmodell, bei dem der Zugang zum Spiel kostenlos ist, aber Geld durch den Verkauf von Zusatzinhalten lukriert wird, ist ins Visier der Konsumentenschützer geraten. Die Europäische Kommission hat Gespräche mit Videospielunternehmen aufgenommen, um die irreführende Bezeichnung "Free" bei Spielen zu unterbinden, wenn diese tatsächlich zum Kauf von Inhalten verleiten. Die Kommission will damit für mehr Transparenz und Nachhaltigkeit auf dem boomenden Spielemarkt sorgen. 

Konsumentenschutz

"Konsumenten und speziell Kinder benötigen einen besseren Schutz vor unerwarteten Kosten durch In-Game-Verkäufe", erklärte EU-Kommissarin Neven Mimica in einer Stellungnahme (via Gamesindustry). "Nationale Behörden und die EU-Kommission besprechen mit der Industrie, wie dieses Problem beseitigt werden kann, das nicht nur bei Konsumenten finanzielle Schäden verursacht, sondern auch die Vertrauenswürdigkeit dieses sehr vielversprechenden Marktes aufs Spiel setzt. So schnell wie möglich eine konkrete Lösung zu finden wäre ein Gewinn für alle Beteiligten."

"Free" nur für echte Gratisspiele

Die zweitägigen Gespräche wurden durch zahlreiche Konsumentenbeschwerden inspiriert, wonach die Bezeichnung Free2Play oftmals in die Irre leite. "Die Nutzung des Wortes 'free' als solches, ohne eine entsprechende Qualifikation, sollte nur für Spiele erlaubt sein, die tatsächlich in ihrer Gesamtheit kostenlos sind. Mit anderen Worten Spiele, die nicht die Möglichkeit für In-Game-Käufe bieten, nicht einmal optional", heißt es in dem Schreiben der Kommission. 

Weiters verlangt die Kommission, dass Hersteller aufhören, kostenpflichtige Inhalte in Spielen zu bewerben, die auf Kinder abzielen. Gleichzeitig müsse sichergestellt werden, dass Konsumenten bei Fragen vor dem Download und Kauf von Zusatzinhalten direkten E-Mail-Kontakt zu den Herstellern haben können. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 28.2.2014)

  • Zu den aktuell umstrittensten Free2Play-Spielen gehört "Dungeon Keeper".
    foto: ea

    Zu den aktuell umstrittensten Free2Play-Spielen gehört "Dungeon Keeper".

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