Jahresgewinn der Erste-Bank eingebrochen

28. Februar 2014, 13:52
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Osteuropa bereitet der Bank weiter Kopfschmerzen

Wien - Teure Abschreibungen auf die Rumänien-Tochter BCR, aber auch der Ausstieg aus der Ukraine haben bei der börsennotierten Erste Group 2013 den Jahresgewinn von 483,5 Millionen auf 61 Millionen Euro einbrechen lassen. Das Schlussquartal war tiefrot: Hier musste die Gruppe am Freitag einen Verlust von 369,3 Millionen Euro melden.

Die Erste Group ist voriges Jahr aus dem Krisenland Ukraine ausgestiegen. Der Aufenthalt in diesem Land hat aber viel gekostet: Der Vorstand bezifferte die kumulierten Abschreibungen am Freitag mit etwa 300 Mio. Euro. Mit einer letzten Abschreibung auf Währungsschwankungen von 76,6 Mio. Euro in der Konzernbilanz 2013 schloss die Erste das Kapitel Ukraine für sich ab.

Aktionäre dürfen sich dennoch über eine Dividende freuen, die Ausschüttung wird allerdings von 40 auf 20 Cent pro Aktie gekürzt. Für das laufende Jahr wird angesichts der leicht anziehenden Wirtschaftsentwicklung in Osteuropa ein stabiles Betriebsergebnis erwartet. Dieses werde voraussichtlich auf dem Vorjahrsniveau von 3,1 Milliarden Euro liegen. Die Vorsorgen für faule Kredite würden um bis zu fünf Prozent fallen, geringere Bankensteuern würden sich positiv auf den Nettogewinn auswirken.

Wieder Verlust der Ungarn-Tochter

In Ungarn hat die Tochterbank der Erste Group im Geschäftsjahr 2013 unterm Strich einen Verlust von 108,9 Millionen Euro geschrieben. Das war doppelt so viel wie im Jahr davor (55,1 Millionen Euro). Für einen Großteil des zusätzlichen Abgangs macht die Erste die hohen ungarischen Bankensteuern verantwortlich.

Das langjährige Sorgenkind, die rumänische Banca Comerciala Romana (BCR), bilanzierte - allerdings nur dank eines steuerlichen Sonderertrags von 127,7 Millionen Euro - erstmals seit Jahren schwarz: Für die BCR weist die Erste Group im Jahr 2013 damit einen Nettogewinn von 127,9 Millionen Euro aus (Vorjahr: 294,3 Millionen Euro Verlust). Weil in den vergangenen Jahren viel für faule Kredite zur Seite gelegt werden musste, konnten die neuen Risikovorsorgen in der BCR auf 386,5 Millionen Euro halbiert werden.

Niedrigeres Kreditrisiko

Ihre gesamten Kreditrisikokosten konnte die Erste im Jahr 2013 um 10,9 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro senken. Erste-Chef Andreas Treichl führt das darauf zurück, dass sich die Region Zentral-/Osteuropa wirtschaftlich besser entwickelt hat als von vielen Skeptikern erwartet. Von einer spürbaren Belebung der Kreditnachfrage war allerdings noch nichts zu sehen. Für das laufende Jahr rechnet die Bank mit einem Rückgang der Kreditrisikokosten um höchstens fünf Prozent. Grund dafür sind die anstehenden Bilanzchecks durch die Europäische Zentralbank.

Das Betriebsergebnis will die Erste Group heuer stabil halten, also bei rund 3,1 Milliarden Euro "plus/minus zwei Prozent", wie die Bank mitteilte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ging der Betriebsgewinn um 4,7 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zurück. Der Vorsteuergewinn fiel um mehr als 53 Prozent auf 374,3 Millionen Euro. (APA/Reuters, 28.2.2014)

  • Erste-Chef Treichl.
    foto: apa/neubauer

    Erste-Chef Treichl.

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