UNO: Fast 300.000 Flüchtlinge im Nordosten Nigerias seit Mai

27. Februar 2014, 22:58
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Mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer töten erneut 37 Menschen

Lagos - Vor den Angriffen der islamistischen Gruppe Boko Haram sind seit Mai vergangenen Jahres im Nordosten von Nigeria fast 300.000 Menschen geflohen. Das UN-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) erklärte am Donnerstag, von der Binnenflucht seien die drei Teilstaaten Adamawa, Borno und Yobe betroffen.

Dort herrscht seit Mitte Mai der Ausnahmezustand. Damals hatte die Armee eine Großoffensive gegen die Rebellen gestartet.

Zur Hälfte Kinder

OCHA stützte die Zahlen auf Angaben von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen in Nigeria. Unter Berufung auf Zahlen der Nationalen Katastrophenschutzbehörde erklärte das UN-Büro außerdem, dass 51 Prozent der Geflohenen Kinder seien. Die 290.000 Flüchtlinge beziehen sich demnach auf den Zeitraum bis Anfang Jänner dieses Jahres.

Der Name Boko Haram bedeutet übersetzt "Westliche Bildung ist verboten". Boko Haram kämpft seit 2009 im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias gewaltsam für einen islamischen Staat. Dabei greifen die Kämpfer immer wieder Zivilisten, Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter und Kirchen an.

Seit Mittwochabend wurden nach Angaben von örtlichen Vertretern und Einwohnern bei Angriffen im Teilstaat Adamawa 37 Menschen getötet. In der Ortschaft Shuwa seien mehrere Gebäude niedergebrannt, darunter auch Schulen. In und um Shuwa seien 25 Menschen getötet worden. In Kirchinga starben acht Menschen. Dort trugen die Angreifer Militäruniformen, eine häufige Taktik der Boko-Haram-Kämpfer. In dem Dorf Michika seien vier Menschen getötet worden, hieß es, darunter ein Kind auf der Flucht. (APA, 27.2.2014)

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