Luxemburgs Prinz Jean weist Terrorvorwürfe zurück

27. Februar 2014, 21:00
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Bruder des Großherzogs will nicht an Anschlagsserie vor 30 Jahren beteiligt sein - Auch jüngerer Bruder Guillaume dementiert

Luxemburg - Der luxemburgische Prinz Jean (56) hat Gerüchte über eine Beteiligung an einer Anschlagsserie vor knapp 30 Jahren in Luxemburg zurückgewiesen. "Ich finde es verletzend, dass ich zu Unrecht beschuldigt werde", sagte der Bruder von Großherzog Henri am Donnerstag vor dem Bezirksgericht in Luxemburg.

Zur Behauptung eines Zeugen, er habe den Prinzen im November 1985 vor einem Bombenanschlag am Flughafen Luxemburg gesehen, sagte der 56-Jährige am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Luxemburg, er sei damals in Frankreich gewesen. Er habe eine Jagd besucht und sei bei seiner Ex-Frau in Paris gewesen. Von den Gerüchten um seine Person als angeblicher Bombenleger habe er erst im Jahr 2005 erfahren. Er lebte damals in Frankreich.

Ex-Gendarmen vor Gericht

Zwischen 1984 und 1986 hatte eine rätselhafte Serie von Sprengstoffanschlägen Luxemburg erschüttert. Als mutmaßliche Bombenleger stehen seit einem Jahr zwei Ex-Gendarmen vor Gericht, die die 20 Taten aber bestreiten. Sie sollen Sprengsätze unter anderem an Strommasten, am Luxemburger Flughafen und an einem Konferenzgebäude gezündet haben. Es hatte mehrere Verletzte und Millionenschaden gegeben.

Prinz Jeans Alibi beruht auf einer Bescheinigung von Louis Giscard d'Estaing, dem Sohn des Ex-Staatspräsidenten, der die Jagd damals veranstaltet hatte. Die Ex-Frau von Prinz Jean, die am Donnerstag ebenfalls als Zeugin aussagte, bestätigte dessen Angaben. Auch sie habe erst 2005 von den Gerüchten erfahren. Diese seien "so absurd" gewesen, "dass ich fast darüber lachen musste", sagte sie.

Thronverzicht

Prinz Jean hatte als zweitältester Sohn von Alt-Großherzog Jean 1986 auf die Thronfolge-Rechte verzichtet. Dies habe nichts mit der Anschlagsserie zu tun gehabt, sagte die Ex-Frau von Prinz Jean. "Wir wollten nur ein unabhängiges Leben ohne Publikum führen, deswegen verzichtete er."

Auch der jüngere Bruder von Prinz Jean, Prinz Guillaume, sagte vor Gericht, er habe nie an einem Anschlag teilgenommen. Der Prozess mit inzwischen 139 Verhandlungstagen ist das bisher längste Gerichtsverfahren in der Geschichte des Großherzogtums. (APA, 27.2.2014)

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