Wissenschaftsverlage publizierten massenhaft Nonsens

27. Februar 2014, 18:35
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Publik gewordener Skandal womöglich nur die Spitze des Eisbergs

Grenoble - Was in Fachzeitschriften für Informatiker steht, mag sich Normalsterblichen nicht erschließen. Die entsprechenden Experten sollten damit jedoch etwas anzufangen wissen. Tatsächlich aber scheinen sich selbst die Spezialisten mit dem Kauderwelsch schwerzutun, anders lässt sich der nun publik gewordene Skandal nicht erklären: Der französische Informatiker Cyril Labbé hat herausgefunden, dass zwischen 2008 und 2013 computergenerierter Nonsens als Fachartikel in wissenschaftlichen Journalen erschien.

Wie "Nature" aktuell berichtet, wurden die mehr als 100 unsinnigen Artikel von der frei verfügbaren Software SCIgen erzeugt. Die Publikationen, darunter auch Fachmagazine des Springer-Verlags, sollen nun wieder aus den Datenbanken entfernt werden. Labbé befürchtet, der Vorfall könnte nur die Spitze des Eisbergs sein - was freilich generelle Fragen nach der Qualität des Peer-Review-Prozesses in Fachzeitschriften aufwirft. (tberg, DER STANDARD, 28.2.2014)

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