Suche nach Rendite führt zu Hochzinsanleihen

28. Februar 2014, 10:11
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Anleger scheuen auf der Suche nach Rendite Wertpapiere nicht mehr. Hochzinsanleihen rücken ins Blickfeld, das Bonitätsrisiko darf aber nicht vergessen werden

Die niedrigen Zinsen führen dazu, dass die Anleger wieder auf die Suche gehen. Auf die Suche nach Rendite nämlich. Das führt aktuell viele zur Anlageklasse High Yield. Dabei wird in Unternehmen (oder Staaten) mit schlechterer Bonität (unterhalb des Investmentgrade "BBB") veranlagt. Das höhere Risiko, wegen der schlechteren Bonität, bringt aber eine höhere Rendite.

"Schon im Vorjahr haben wir hohe Zuflüsse in High Yield gesehen", sagt Martin Bohn, Chef vom Bereich Fixed Income bei der Bawag-PSK-Invest. Der heuer aufgelegte Fonds "Global-High-Yield-Bond-Kurz" hat bisher 140 Millionen Euro eingesammelt und wurde damit zur bisher erfolgreichsten Emission des Hauses. Der Fonds investiert in Hochzinsanleihen mit kurzen Laufzeiten von Unternehmen in entwickelten Märkten. Dazu zählen etwa der Jeansriese Levi Strauss, der Spielzeugkonzern Toys "R" Us, der Flugzeug- und Eisenbahnhersteller Bombardier oder Goodyear Tire Rubber.

Das große Interesse am Thema High-Yield erklärt Bohn so: "Das niedrige Zinsniveau hat besonders im Vorjahr auf die Anleihen durchgeschlagen, die Rendite wird immer geringer. Mit dem Großteil fix verzinster Anlageformen lässt sich derzeit kaum mehr ein positiver realer Ertrag nach Abzug der Inflation erwirtschaften." Deswegen sei High-Yield jetzt eine gute Möglichkeit zur Diversifikation.

Das Interesse kam zuletzt vor allem von Privatanlegern. 95 Prozent des Fondsvolumens kommen derzeit aus dieser Zielgruppe. Die institutionellen Investoren zeigten laut Bohn auch großes Interesse, "deren Aktivitäten kommen aber meist zeitverzögert, weil erst die Investmentbeschlüsse in den Gremien gefasst werden müssen". Bis zum Jahresende geht Bohn davon aus, dass das investierte Volumen im Fonds auf rund 200 Millionen Euro ansteigen wird.

Schwankungen gehören dazu

Der Anleihenexperte rät dazu, den Fonds mindestens drei Jahre lang zu halten, weil Schwankungen in dieser Anlageklasse dazugehörten. Rutsche der Fonds einmal fünf Prozent ins Minus, dürfe man nicht die Nerven verlieren. Daher rät Bohn, diesen Fonds auch nur zur Diversifikation beizumischen. Maximal 20 Prozent sollte der Anleihenteil im Portfolio ausmachen. Es ist zwar möglich, ab einem Betrag von 35 Euro pro Monat mit diesem Produkt auch anzusparen. Dabei dürfe aber nicht der Fehler gemacht werden, ausschließlich in diesen einen Fonds anzusparen. "Wir hedgen das Fremdwährungsrisiko ab, auch das Zinsrisiko wird abgesichert" , sagt Bohn. Damit könne das Risiko-Ertrags-Profil eines Portfolios zwar verbessert werden. Es sollte aber nicht der einzige Baustein sein, auf den gesetzt wird.

Breite Streuung

Um das Risiko im Fonds gering zu halten, werden die Investments breit gestreut. Maximal 0,84 Prozent werden in eine Anleihe investiert. Damit soll verhindert werden, dass der Ausfall eines Bonds auf die Performance des Fonds massiv durchschlagen kann. Zwischen 4,5 und 5,5 Prozent werfen die Anleihen im Fonds aktuell im Schnitt ab. Derzeit ist mit knapp 68 Prozent das meiste Geld in den USA veranlagt. An zweiter Stelle liegt die EU.

Unternehmen aus den Bereichen Rohstoffe und Dienstleistungen stellen derzeit die größten Sektoren dar. Schwellenländer als Anlageziel werden in diesem Fonds explizit ausgespart. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 28.2.2014)

  • Unternehmen locken Investoren mit Anleihen, die mehr Rendite bringen als andere Anlagen.
    fotos: epa, ap (2); montage: lukas friesenbichler

    Unternehmen locken Investoren mit Anleihen, die mehr Rendite bringen als andere Anlagen.

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