EU-Parlamentsvize soll betrunken "Heil Hitler" gerufen haben

27. Februar 2014, 17:56
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Polnischer Politiker wehrt sich gegen Vorwürfe

Frankfurt/Warschau - Der Vize-Präsident des Europäischen Parlaments, Jacek Protasiewicz, soll am Frankfurter Flughafen zwei Zollmitarbeiter beschimpft haben. Gegen den 46-jährigen Polen ist laut Polizeianagaben vom Donnerstag Anzeige wegen Beamtenbeleidigung erstattet worden. Protasiewicz wies die Vorwürfe zurück. Die Beamten hätten sich bei dem Zwischenfall aggressiv verhalten, sagte er dem Nachrichtensender TVN 24.

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll Protasiewicz die Zoll-Mitarbeiter als "Hitler" und "Nazi" bezeichnet und "Heil Hitler" gerufen haben. Ein Augenzeuge habe berichtet, der Politiker sei stark betrunken gewesen. Die Polizei nahm Protasiewicz mit auf die Wache. Nach der Aufnahme seiner Personalien konnte er wieder gehen. Welche Worte genau fielen, sagte der Polizeisprecher nicht. Der Frankfurter Zoll war für eine Stellungnahme am Donnerstag zunächst nicht zu erreichen.

Zwei kleine Flaschen Wein

"Ich habe ihm nur gesagt, dass er die diplomatische Immunität verletzt", sagte Protasiewicz über ein Gespräch mit einem Zollbeamten, der seine Papiere kontrolliert habe. Als er daraufhin ein barsches "raus" gehört habe, sei es zu einem Streit gekommen. "Ich habe ihm gesagt, er soll Auschwitz besuchen, da dort die Deutschen das Wort 'raus' benutzt hätten", sagte Protasiewicz. Auschwitz war das größte der nationalsozialistischen Todeslager.

Protasiewicz räumte im Gespräch mit dem polnischen Nachrichtensender TVN 24 ein, im Flugzeug "zwei kleine Flaschen Wein" getrunken zu haben. Er wolle den Vorfall im Europaparlament zur Sprache bringen und habe schon mit Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) gesprochen. Protasiewicz leitet den Wahlkampf der polnischen liberal-konservativen Bürgerplattform (PO) für die Wahlen zum Europaparlament im Mai. (APA, 27.2.2014)

  • Vorwürfe gegen Jacek Protasiewicz.
    foto: epa/grzegorz jakubowski

    Vorwürfe gegen Jacek Protasiewicz.

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