Red-Bull-Probleme: Millionen lösen nichts

28. Februar 2014, 10:11
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Das Weltmeisterteam von Red Bull hat das technische Rätsel noch nicht gelöst. Gut zwei Wochen sind noch Zeit

Bahrain - Die Formel 1 ist, jedenfalls bevor das erste Rennen gestartet wird, ein geheimnisvolles Geschäft. Auch wenn gut zwei Wochen vor dem WM-Auftakt, dem Grand Prix von Australien in Melbourne am 16. März, alles so klar scheint: Das Weltmeisterteam Red Bull hat große Probleme mit dem Motor. Heuer gilt es, statt eines 2,4 Liter großen Saugers einen 1,6 Liter kleinen Turbo in das Chassis zu integrieren, und das ist nicht so leicht.

Zum Auftakt der zweiten Testwoche auf dem GP-Kurs von Sakhir, Bahrain, bot sich am Donnerstag ein bekanntes Bild. Der Australier Daniel Ricciardo, neuer Teamkollege von Weltmeister Sebastian Vettel, überstand 32 Runden problemlos, ehe er den Red Bull mit abgeschaltetem Motor die abschüssige Boxenstraße entlang Richtung Garage rollen ließ. Dann qualmte es in der Box schon wieder, und die Feuerlöscher kamen zum Einsatz.

Perez im Force India Schnellster

Red Bull hat die Probleme mit der Überhitzung des Motors noch nicht in den Griff bekommen. Am Ende eines weiteren ernüchternden Testtages für das österreichisch-britische Team kam Ricciardo am Donnerstag nicht über Platz sieben (1:37,908 Minuten) hinaus. Schnellster war der Mexikaner Sergio Perez im Force India (1:35,290), der 91 Runden drehte. Das größte Pensum spulte der Finne Valtteri Bottas im Williams mit 111 Runden ab, er schaffte die zweitschnellste Zeit.

Bei Red Bull läuten die Alarmglocken, der anfällige neue Renault-Turbo-Motor streikt weiter. Ricciardo musste wegen technischer Probleme fast den kompletten Nachmittag in der Box bleiben und kam am Ende nur auf 39 Runden. Der 24-Jährige wird auch am Freitag fahren, ehe am Wochenende Vettel, 26 und schon vierfacher Weltmeister, die Testphase beschließt. Vor dem Grand Prix in Melbourne gibt es keine weiteren Tests. Die Nerven bei den Seriensiegern der vergangenen Jahre liegen langsam blank.

Bangen und Hoffen

"Unsere Probleme würden gerade nicht einmal zehn Millionen Euro lösen", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko. Der Rivale Mercedes sei "einen großen Schritt voraus. Wir müssen bis Australien und wahrscheinlich darüber hinaus zittern. Erfreulich ist das alles nicht." Marko setzt Motorenlieferant Renault unter Druck. Die Weltmeisterschmiede ist mit ihrem Wagen eigentlich ganz zufrieden, der Motor sei bei der Entwicklung der Bremsklotz. "Renault muss den Motor in den Griff bekommen", sagt Marko.

Im Gegensatz zu Red Bull und Vettel konnten die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg ihre Vorbereitungen ohne größere Schwierigkeiten durchziehen. Diese beiden werden zum WM-Auftakt genauso favorisiert wie die Herren im Ferrari, die Ex-Weltmeister Fernando Alonso und Kimi Räikkönen. Der Finne, der 2007 Ferrari die bisher letzte Fahrer-WM beschehrt hatte, markierte am Donnerstag in Bahrain die drittschnellste Zeit.

Die Saison umfasst heuer 19 Rennen. Am 22. Juni dreht sich die Formel 1 in Spielberg um den GP von Österreich und am 12. Oktober in Sotschi um den GP von Russland. (red, sid, DER STANDARD, 28.2.2014)

Ergebnisse der Formel-1-Testfahrten in Bahrain vom Donnerstag (1. von 4 Tagen):

1. Sergio Perez (MEX) Force India 1:35,290 Min. (105 Runden) - 2. Valtteri Bottas (FIN) Williams 1:36,184 (128 Runden) - 3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 1:36,432 (54) - 4. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:36,624 (89) - 5. Adrian Sutil (GER) Sauber 1:37,700 (89) - 6. Kevin Magnussen (DEN) McLaren 1:37,825 (109) - 7. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 1:37,908 (39) - 8. Max Chilton (GBR) Marussia 1:38,610 (44) - 9. Daniil Kwjat (RUS) Toro Rosso 1:39,242 (55) - 10. Pastor Maldonado (VEN) Lotus 1:40,599 (31) - 11. Kamui Kobayashi (JPN) Caterham 1:42,285 (19)

  • Weltmeister Sebastian Vettel wird sein neues Dienstauto am Wochenende ausprobieren.
    foto: ap/ hasan jamali

    Weltmeister Sebastian Vettel wird sein neues Dienstauto am Wochenende ausprobieren.

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