Schwellenländer: Billige Währungen locken

27. Februar 2014, 17:26
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Experte warnt: Devisen nicht über einen Kamm scheren

Wien - Die Währungen vieler Schwellenländer haben zuletzt gelitten. Die Notenbanken der betroffenen Länder haben versucht gegenzusteuern. Für Anleger, die ein gewisses Risiko nicht scheuen, stellt sich nun die Frage, ob man in bestimmte Währungen schon wieder investieren kann, weil sie billig sind. "Die Kursverluste in Kombination mit hohen nominalen Zinsdifferenzen scheinen vordergründig ein starkes Argument für ein Engagement in so manche Schwellenländer-Devise", heißt es in einem Analysebrief der Schoellerbank.

"Bei der Auswahl der Währungen muss aber genau hingeschaut werden", sagt Felix Düregger vom Asset Management der Schoellerbank. Ob Potenzial in einer Devise stecke, hänge stark von anderen Faktoren ab. Nach dem massiven Verfall der türkischen Lira jetzt auf dieses Pferd zu setzen, ist laut Düregger keine gute Idee. "Die Probleme, die zu den Turbulenzen geführt haben, sind noch nicht im Griff", sagt Düregger. Daher gebe es auch keine Grundlage für eine Erholung. Beim polnischen Zloty oder dem koreanischen Won sehe das anders aus. Dort sei der Verfall nicht so stark gewesen, die Probleme im Land nicht so groß.

Zur Vorsicht rät Düregger bei den Bric-Währungen. Der russische Rubel sei ob der politischen Lage "wie russisches Roulette". Am ehesten könnte für Investoren noch der chinesische Renminbi infrage kommen. China öffnet den Markt schrittweise für Investoren und baut Beschränkungen ab. Das unterstütze den Markt, bringe Reformen weiter und stütze damit wiederum die Währung. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 28.2.2014)

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