Wien, Stadt meiner Träume

Video3. März 2014, 05:30
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Die neue Folge der "Stadtfilme" zeigt Amateuraufnahmen "einer kleinen Wanderung durch die Walzerstadt" in den 1960er-Jahren

Wien im Frühling 1960. Oder erst 1965? "Die Stadt meiner Träume" gibt uns keine hundertprozentig verlässlichen Informationen zum Entstehungsjahr. Auch die Autos, die augenscheinlich das Regiment in der Stadt übernommen haben, sind zu lange im Dienst, um als sicheres Datierungselement zu dienen. Um die chronische Zeit scheint es dem ambitionierten Amateurfilmer, der sich im Vorspann mit "Home Film" und "hs"-Produktion tarnt, auch nicht zu tun zu sein.

Seine beiden als italienische Touristinnen auftretenden Hauptpersonen führen uns durch ein "zeitloses" Wien, durch die im Stadtmythos verankerte harmonische Verbindung von barocken Prachtbauten, bürgerlichen Parkanlagen und geschmackvoller Konsumkultur; abgesichert durch Referenz auf den Walzer-Arrangeur Andre Kostelanetz, Pionier des "easy listening", und kokettierend mit Willy Forsts letztem Film, der Liebeskomödie "Wien, du Stadt meiner Träume" aus 1957.

Auf uns heute kommt die Zeit dennoch zu – im unverwechselbaren Farbenrausch des epochalen Super-8-Formats, im (kriegsversehrten?) Straßenkehrer, der sich hinter einem Obststand am Neuen Markt ins Bild stiehlt. Und in einem nicht mehr öffentlich zugänglichen Wien-Panorama-Standort (ab Minute 3:56), der hier nicht verraten wird. (Siegfried Mattl, derStandard.at/LBI, 3.3.2014)

Details zu den Schauplätzen und allgemeine Informationen zum Film finden Sie auf stadtfilm-wien.at

Österreichisches Filmmuseum
Zur Serie "Stadtfilme": Anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Österreichisches Filmmuseum" zeigen derStandard.at und das Filmmuseum Amateurfilme, Wochenschauen, Werbe- und Industriefilme sowie Dokumentationen – gedreht in Wien zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und den 1970er-Jahren.
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