Positiver Nebeneffekt: Windparks könnten Hurrikans bremsen

27. Februar 2014, 16:47
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Laut einer aktuellen Studie beeinflussen Offshore-Windparks die Dynamik von Wirbelstürmen

New York - Offshore-Windparks haben vor allem einen Zweck: Stromerzeugung. Wie Forscher aktuell im Fachmagazin "Nature Climate Change" berichten, haben Windenergieanlagen auf See aber noch einen anderen Effekt. Sie mildern Wind und Brandung ab, heißt es in der Studie.

Demnach hätte ein umfangreicher Windpark die Geschwindigkeit des verheerenden Hurrikans "Katrina" 2005 um immerhin 140 km/h abbremsen und die Wellenhöhen um bis zu 79 Prozent reduzieren können, so die Forscher. Für  eine derartige Wirkung hätte der Offshore-Windpark allerdings bisher unerreichte Dimensionen annehmen müssen. Eine geringere Schutzwirkung sei aber auch durch kleinere Anlagen gewährleistet.

Signifikanter Bremseffekt

Für ihre Studie simulierten die Wissenschafter in Computermodellen, welche Auswirkungen zehntausende Windradturbinen auf der See vor gefährdeten Küstengebieten auf die Hurrikans "Katrina", "Sandy" und "Isaac" gehabt hätten. Dabei zeigte sich, dass Windanlagen einen signifikanten Bremseffekt und eine merkliche Auswirkung auf die innere Dynamik von Wirbelstürmen haben können. "Wenn Windturbinen präsent sind, verlangsamen sie die schnellen Winde am äußeren Rand des Hurrikans", berichtet Mark Jacobson von der Stanford University.

Laut Studie kostendeckend

Der Studie zufolge würden die Turbinen selbst durch solche Stürme nicht beschädigt und könnten weiter Energie produzieren. Indem sie die Sturmspitze bändigen könnten, würden sie auch die nachfolgenden Winde ableiten. Der Wind würde dann das Limit nicht überschreiten, für das die Turbinen maximal ausgelegt sind, bevor sie sich automatisch abschalten.

Allerdings gingen die Forscher bei ihrer Simulation von einer riesigen Windpark-Anlage mit 78.000 Windrädern aus. Die derzeit weltweit größte Offshore-Anlage in Großbritannien besteht hingegen nur aus 175 Turbinen. Der Studie zufolge wären Mega-Windparks aber kostendeckend: Sie würden nicht nur Energie liefern, sondern eben auch vor immensen Sturmschäden schützen. "Dies sollte eigentlich genügen, um ihre Entwicklung zu motivieren", glaubt Jacobson. (APA/red, derStandard.at, 27.2.2014)

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