Bitcoin-Börse Mt. Gox: Wer stahl 400 Millionen Dollar?

27. Februar 2014, 11:49
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Während die US-Staatsanwaltschaft ermittelt, halten Branchenkenner einen "Inside Job" für möglich – gestützt auf ein geleaktes Dokument

Es kann gut sein, dass Nutzer der Bitcoin-Börse Mt. Gox ihr Geld nie mehr zurückerhalten: Bis zu 400 Million Dollar sollen bei mehreren Hacker-Angriffen "verschwunden" sein, seit Anfang Februar ist Mt. Gox außer Betrieb. Seit Wochenanfang ist die Seite komplett offline, weshalb die US-Staatsanwaltschaft nun Ermittlungen aufgenommen hat.

FBI ermittelt

Mehrere Strafvorladungen ("subpoenas") wurden an Mt. Gox und andere Bitcoin-Börsen verschickt, auch FBI und japanische Behörden sind involviert. Letztere wurden aktiv, da Mt. Gox eigentlich ein japanisches Unternehmen sei. Dessen Gründer Mark Karpeles verkündete nun, sich selbst noch in Japan zu befinden und schleunigst an einer Lösung der Probleme zu arbeiten.

"Nicht nur inkompetent, sondern korrupt"

Daran zweifeln mehrere Branchenkenner, wie The Verge berichtet. Dort werden interne Dokumente der Börse geleaked, in denen die entwickelte Krisenstrategie vorgestellt wird. Laut Dokument ist Mt. Gox nicht erst seit Kurzem unter Beschuss, vielmehr soll von Beginn an Geld verschwunden sein. Wenngleich Mt.-Gox-Gründer Karpeles nicht direkt verdächtig wird, könnten Mitarbeiter der Börse an Manipulationen beteiligt gewesen sein. The Verge nennt die Vorgänge dann auch "nicht nur inkompetent, sondern korrupt".

Sechs Prozent aller Bitcoins verschwunden

Insgesamt sollen bis zu 744.000 Bitcoins verschwunden sein, also rund sechs Prozent der gesamten Währung, umgerechnet bis zu 400 Millionen Dollar. Es könnte sich also um den größten Diebstahl der Geschichte handeln. Rechtsexperten fordern deshalb staatliche Behörden auf, endlich regulierend in das System einzugreifen. Andere raten, genau jetzt in Bitcoins zu investieren, etwa Jordan Kelley, Erfinder des ersten Bitcoin-Bankomatens : "Jetzt ist eine gute Zeit, um zu investieren. Ich denke nicht, dass der Kurs in nächster Zeit wieder so tief ist – falls er das überhaupt je ist." (fsc/Reuters, derStandard.at, 27.2.2014)

  • Kunden von Mt. Gox demonstrieren vor dem Unternehmenssitz in Tokio.
    foto: reuters/toruhanai

    Kunden von Mt. Gox demonstrieren vor dem Unternehmenssitz in Tokio.

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