Spaßbremse namens Autosteuern

Kolumne2. März 2014, 16:46
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Mit SUV- und Van-Käufern hat die Regierung wenig Mitleid

Die Regierung hat beschlossen, die Steuern für das Autofahren weiter anzuheben, mehr oder weniger in einem Atemzug mit der Erhöhung von Alkohol- und Tabaksteuern. In diesem Bereich kann man am leichtesten argumentieren, denn Saufen und Rauchen sind gesundheitsschädlich und Autofahren ist umweltschädlich.

Dabei ist allerdings die erwartete Abwehrhaltung seitens der Autofahrer und ihrer Organisationen kaum erkennbar gewesen. Selbst ein Protest des Autohandels war kaum vernehmbar.

Spritsparer werden unterstützt

Gegen die neuen Steuermodelle für die Normverbrauchsabgabe beim Kauf und motorbezogene Versicherungssteuer im Betrieb ist auch rational schwer zu argumentieren. Ein Trend hin zu leistungsschwächeren spritsparenden Modellen wird tatsächlich unterstützt.

Die bis dato noch sehr beliebte Kategorie schwerer Automobile um die 150 PS (SUVs, Vans) wird vermutlich einen Einbruch erleben. Wer sich seinen Spaß 100.000 Euro und darüber kosten lassen kann, der verdaut hingegen auch ein paar Tausender mehr beim Preis.

Vernünftige werden billiger

Für viele Autokäufer birgt der neue Rechenmodus für die Normverbrauchsabgabe (NoVA) sogar Sparpotenzial. Vernünftig motorisierte Autos bis in die Golf-Klasse hinauf werden sogar billiger. Richtig bestraft wird man mit der NoVA erst darüber.

Der Lenkungseffekt ist das eine, die Betroffenheit Einzelner das andere. Beispiel motorbezogene Versicherungssteuer: Wer bereits ein starkes Fahrzeug besitzt, es womöglich gebraucht gekauft hat, weil ohnehin wenig Geld im Säckel, der muss jetzt noch eine zusätzliche Preiserhöhung von vielen, die jeden Tag über uns hereinbrechen, wegstecken. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 28.2.2014)

  • Spaß ist aus. Da weint er.
    foto: ap/meissner

    Spaß ist aus. Da weint er.

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