Raucherkrankheit COPD: 600 Millionen betroffen

27. Februar 2014, 11:15
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Entgegen dem weltweiten Trend steigen in Österreich die Raucherzahlen - und damit auch die Fälle von chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)

COPD wird in den nächsten Jahren wird zur dritthäufigsten Todesursache werden - 600 Millionen Menschen weltweit sind betroffen. Sehr oft wird sie gar nicht oder erst zu spät behandelt. "Jeder vierte Patient über 40 Jahre hat laut einer Salzburger Studie Anzeichen einer obstruktiven Ventilationsstörung. Zehn Prozent wären behandlungsbedürftig", sagte der Wiener Spezialist Wolfgang Cozzarini (Wiener Donauspital) bei einer Apothkertagung in Schladming. 

Hauptursache Rauchen

Die Krankheit beginnt zumeist als von den Betroffenen lange ignorierter "Raucherhusten". Es kommt zu chronisch-entzündlichen Prozessen in der Lunge mit einem schnellen Abbau der Atemkapazität, Schädigung der Lungenbläschen und zu einem Verlust der Elastizität des Lungengewebes. Am Ende kann die Lungenblähung (Emphysem) stehen. Durch mangelnde Atemkapazität drastisch eingeschränkte Lebensqualität und Invalidität sind die Folgen.

An sich wäre die Krankheit auch im Frühstadium durch eine Lungenfunktionsprüfung leicht zu erkennen. Das wäre auch beim Hausarzt möglich, wird aber in Österreich trotz wiederholter Forderungen der Experten nicht flächendeckend von den Krankenkassen bezahlt. Zeigt sich bei der nicht-invasiven und binnen kurzer Zeit durchführbaren Untersuchung, dass der Patient in einer Sekunde nur noch weniger als 70 Prozent des Atemvolumens ausatmen kann, liegt das Vorhandensein einer COPD nahe.

Obwohl die Krankheit zum überwiegenden Teil durch das Rauchen hervorgerufen wird, gibt es auch deutliche Hinweise, dass die in Ballungsräumen und an Hauptverkehrswegen vorhandene Luftverschmutzung ebenfalls eine Ursache sein kann. Der Experte hat allein schon aus der Berufserfahrung zwischen seiner ehemaligen Tätigkeit am Krankenhaus in Stockerau in Niederösterreich und am Schwerpunktkrankenhaus in Wien Unterschiede bemerkt: "Ich finde ganz selten normale Lungenfunktionswerte bei den Wiener Patienten."

Gefürchtete Exacerbationen

Da die meisten Betroffenen Raucher sind, wäre ein Rauchstopp das beste Mittel um die Verschlechterung zu bremsen. An COPD-Medikamenten stehen vor allem kurz und lang wirkende Bronchien-erweiternde Medikamente (Beta-Mimetika oder Anticholinergika) und entzündungshemmende Arzneimittel (Cortison) zur Verfügung. Sie werden zumeist inhaliert.

Gefürchtet sind bei COPD-Patienten häufige "Exacerbationen". Das ist eine akute und drastische Verschlechterung der Lungenfunktion mit Notwendigkeit einer Spitalsaufnahme. Häufig sind die Betroffenen auch auf Sauerstoffversorgung angewiesen.

Die Ursache sind zumeist virale oder bakterielle Infektionen der Lunge. Solche Exacerbationen verschlechtern stark die Lebensqualität und führen zu einer erhöhten Mortalität der Patienten. Diese akuten Krisen bei COPD-Patienten führen oft auch zu einer noch größeren Abnahme der Lungenfunktion als beim stabilen Verlauf der Erkrankung.

Mehr Raucher in Österreich

Eine bedeutende Rolle im Langzeitmanagement der COPD spielt auch die Rehabilitation mit kontrollierter körperlicher Aktivität. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine künstliche Sauerstoffversorgung die einzige Maßnahme, welche die erhöhte Sterblichkeit der Patienten nachweislich reduziert. Am wichtigsten aber wäre die Bekämpfung des Rauchens - hier ist Österreich jedoch Schlusslicht.

In den letzten 22 Jahren verminderte sich die weltweite Rauchprävalenz (Anteil der Raucher an der Bevölkerung zu einem gegebenen Zeitpunkt) bei Männern um 25 Prozent, bei Frauen um 42 Prozent. "Österreich hat nach wie vor eine der höchsten Rauchprävalenzen der Welt. Bei Frauen kam es im genannten Zeitraum sogar - völlig entgegen dem weltweiten Trend - zu einem Anstieg", sagt Helmut Brath vom Gesundheitszentrum Süd der Wiener Gebietskrankenkasse. (APA, derStandard.at, 27.2.2014)

  • Die einfachste Maßnahme gegen COPD wäre der Verzicht aufs Rauchen.
    foto: ap/roberto pfeil

    Die einfachste Maßnahme gegen COPD wäre der Verzicht aufs Rauchen.

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