Venezolanische Opposition boykottiert Maduros Friedenskonferenz

27. Februar 2014, 10:41
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Treffen sollte politische Krise beilegen, aber die größte Oppositionsbewegung nimmt nicht daran teil

Caracas - Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolas Maduro hat am Mittwoch eine Friedenskonferenz zur Beilegung der seit drei Wochen anhaltenden Krise in seinem Land eröffnet. An der Konferenz im Präsidentenpalast nahmen Vertreter der Wirtschaft, religiöser Gruppen sowie einige Oppositionelle teil. Doch das größte Oppositionsbündnis, "Tisch der demokratischen Einheit", boykottiert das Treffen.

"Wir können nicht einfach zuschauen und die Ereignisse eskalieren lassen", sagte Maduro bei der Eröffnung der Konferenz. Der Chef des führenden Unternehmerverbands Fedecamaras, Jorge Roig, sagte, Maduro trage als Staatsoberhaupt die Hauptverantwortung dafür, die Lage zu beruhigen. Das Oppositionsbündnis MUD hatte zuvor in einem Brief an Vizepräsident Jorge Arreaza erklärt, sie gebe sich nicht "für einen Scheindialog her, mit dem am Ende unsere Mitbürger verhöhnt werden". Auch der konservative Oppositionsführer Henrique Capriles lehnte eine Teilnahme ab.

Derweil gingen in der Hauptstadt Caracas erneut tausende Anhänger von Regierung und Opposition auf die Straße. Bei den seit Anfang Februar andauernden Protesten, bei denen es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Studenten kommt, wurden mindestens 14 Menschen getötet. Der Unmut richtet sich vor allem gegen die hohe Inflation, die verbreitete Korruption, die häufigen Versorgungsengpässe und die grassierende Kriminalität. (APA, 27.2.2014)

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