Black: Boeing baut Smartphone mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

27. Februar 2014, 09:32
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Zahlreiche Sicherheitsfunktionen integriert, Hardware erweiterbar, Speicherlöschung bei versuchter Öffnung

Das US-Unternehmen Boeing, weltweit vor allem als Flugzeughersteller bekannt, hat ein eigenes Smartphone namens "Black"entwickelt. Das Android-Handy soll mit verschiedenen Sicherheitsfunktionen punkten und die Daten im Speicher zerstören, wenn jemand versucht, das Gerät zu zerlegen.

Ein Smartphone von Boeing geisterte schon länger durch die Medien und war erstmals für Ende 2012 erwartet worden. Nun hat das Unternehmen aber selbst den Schleier gelüftet.

4,3 Zoll und wuchtige Maße

Das Telefon bringt einen Bildschirm mit 4,3-Zoll-Diagonale und QHD-Auflösung (960 x 540 Pixel). Es beherrscht drei LTE-Frequenzbänder und 3G. Trotz des eher kompakten Displays ist das Phone mit Maßen von 131,9 x 67,6 x 13,25 Millimeter eher wuchtig und auffallend dick.

Zahlreiche Sicherheitsmechanismen

Das dürfte aber am Innenleben liegen. An Bord befinden sich eine Kryptographie-Engine und ein Root-of-Trust-Mechanismus, die beide hardwareseitig implementiert sind. Damit werden die Daten auf dem Telefon verschlüsselt und die Authenzität von Software sicher gestellt.

Weiters spricht Boeing von "eingebetteten, sicheren Komponenten" und verspricht einen abgesicherten Bootvorgang bei Inbetriebnahme. Über die Rückseite soll sich das Handy mit weiterer Hardware koppeln lassen, etwa für Satellitenfunk, bessere Positionsbestimmung oder biometrische Datenerfassung. Mit welcher Android-Version "Black" arbeitet, ist nicht angegeben. Für ausreichende Leistung soll eine Cortex-A9-Dualcore-CPU mit 1,2-GHz-Taktung sorgen.

Schraubenabdeckung erkennt Öffnungsversuche

Über den Selbstzerstörungsmechanismus konnte Quartz bei der FCC mehr herausfinden. Demnach ist das Innenleben des Gerätes mit Epoxyharz versiegeht und die Köpfe der Schrauben sollen mit einem eigenen Verschluss abgedeckt sein, der Öffnungsversuche erkennt. Ein Versuch, sich gewaltsam Zugriff auf die Hardware zu verschaffen, soll "Funktionen" auslösen, die die Daten am Gerät unwiderruflich löschen.

Unklar ist, wie dies etwa bei leerem Akku funktionieren soll und ob das Handy selbst danach noch funktionstauglich ist.

Eigenbedarf möglich

"Black" wird nicht für den Endkundenmarkt gebaut, sondern unter strengen Auflagen vom Konzern an Vertragspartner wie das US-Militär verkauft. Dazu könnte es, so spekuliert Quartz, auch Eigenbedarf geben. Bei Boeing sollen 2013 immer noch rund 40.000 Mitarbeiter mit einem Blackberry ausgestattet gewesen sein. Der kanadische Handybauer steckt allerdings schon länger tief in der Krise. (gpi, derStandard.at, 27.02.2014)

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    foto: boeing
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