Milder Winter lässt EVN-Ergebnis schmelzen

27. Februar 2014, 09:17
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Auch die niedrigeren Preise machen dem Energieversorger im ersten Quartal zu schaffen

Wien/Maria Enzersdorf - Der milde Winter und niedrigere Preise drückten beim börsennotierten niederösterreichischen Energieversorger EVN im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2013/14 auf das Ergebnis. Der Umsatz sank um 7,9 Prozent auf 731,1 Mio. Euro, das Konzernergebnis um 9,5 Prozent auf 64,7 Mio. Euro, teilte die EVN heute Donnerstag ad hoc mit. Der Ausblick wird bestätigt.

Das operative Ergebnis sei von Preis- und Mengeneffekten im Energiegeschäft sowie von Rückgängen im Umweltgeschäft belastet gewesen. Das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) sank um 17,4 Prozent auf 96 Mio. Euro, das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) um 10,9 Prozent auf 154,6 Mio. Euro. Der Cash-Flow aus dem operativen Bereich legte um 82 Prozent auf 99,5 Mio. Euro zu. Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 776,10 Mio. Euro, ein Ebit von 104,1 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 80,3 Mio. Euro erwartet.

Das erste Quartal sei von einer warmen Witterung geprägt gewesen, so die EVN. Während die Temperaturen - gemessen an den Heizgradsummen - in Bulgarien und Mazedonien in etwa auf dem milden Vorjahresniveau gelegen seien, habe es in Österreich einen Rückgang um 10,0 Prozentpunkte gegeben. Die Heizgradsumme ist eine in der Energiewirtschaft übliche Messgröße und gibt die Anzahl der Tage mit Heizbedarf an.

Strompreise am Spotmarkt gesunken

Die Strompreise am Spotmarkt seien weiter gesunken. Die Energiepreise für Strom und Gas für Haushalts- und Kleingewerbekunden seien per 1. Oktober 2013 um durchschnittlich 3,6 Prozent gesenkt worden. Gründe für den Umsatzrückgang seien die niedrigeren Energiepreise und das geringere Volumen an Endabrechnungen im internationalen Umweltprojektgeschäft.

Das Finanzergebnis wurde im ersten Quartal 2013/14 von minus 11,7 Mio. Euro auf minus 6,5 Mio. Euro verbessert, wobei die Vergleichsperiode von einem negativen Ergebnisbeitrag der EconGas in Höhe von 20,4 Mio. Euro geprägt gewesen sei. Ergebnisreduzierend habe sich auch der Rückgang des Beteiligungsergebnisses der Rohöl-Aufsuchungs AG ausgewirkt. Für den Ausbau der Netzinfrastruktur in Niederösterreich sei ein Kreditvertrag über 150 Mio. Euro mit der Europäischen Entwicklungsbank (EIB) unterzeichnet worden.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2013/14 wird bestätigt: "Durch den Wegfall der aperiodischen Effekte, die das Finanzergebnis 2012/13 reduzierten, sollte mit einem Konzernergebnis über dem Niveau des Geschäftsjahres 2012/13 zu rechnen sein", so die EVN in ihrer Mitteilung. Aufgrund der weiterhin bestehenden Verwerfungen an den Energiemärkten könne jedoch von einer Rückkehr auf das Niveau der letzten Jahre nicht ausgegangen werden. Die Entwicklungen im eingeleiteten Schiedsgerichtsverfahren mit Bulgarien und der Fortgang der Aktivitäten in Moskau könnten das Konzernergebnis wesentlich beeinflussen.

  • Niedrigere Strompreise erfreuen naturgemäß Konsumenten mehr als die Anbieter.
    foto: epa/pfarrhofer

    Niedrigere Strompreise erfreuen naturgemäß Konsumenten mehr als die Anbieter.

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