Wienerberger bäckt wieder größere Ziegel

27. Februar 2014, 17:46
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Der Baustoffkonzern erntet die Früchte der eingeleiteten Restrukturierung, verdient mehr Geld und will den Turnaround heuer ganz schaffen

Wien - Wienerberger, weltgrößter Hersteller von Hintermauerziegeln und inzwischen auch im Röhrengeschäft (Pipelife) eine Größe, hat wieder festeren Boden unter den Werksmauern. Trotz teils kräftigen Gegenwinds auf wichtigen Märkten konnte das am Wienerberg groß gewordene Unternehmen Umsatz und Ertrag steigern. Unterm Strich blieb 2013 noch ein Verlust von 7,8 Mio. Euro (Ergebnis nach Steuern). 2012 war das Ergebnis noch mit 40,5 Millionen Euro negativ.

Grund für die bessere Performance, die heuer weiter gehen und den Konzern insgesamt in die schwarzen Zahlen bringen soll, waren Restrukturierungen. Produktionsabläufe wurden unter die Lupe genommen, Werke verkauft oder eingemottet, jeder Euro zweimal umgedreht. In Summe gab es im Berichtsjahr Kosteneinsparungen in Höhe von 19,1 Mio. Euro; heuer sollen weitere 17 Mio. gehoben werden. Etwa 15 der deutlich mehr als 200 Werke weltweit bleiben bis auf Weiteres eingemottet.

Ziel für heuer sei ein operatives EBITDA von rund 300 Mio. Euro nach 266,5 Mio. Euro (plus neun Prozent) im Jahr davor, sagten Wienerberger-Vorstandschef Heimo Scheuch und Finanzdirektor Willy Van Riet bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag. Davon sollen rund zehn Mio. (nach 17 Mio. 2013) durch den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften erlöst werden. Die Dividende wird vorbehaltlich der Zustimmung der Hauptversammlung unverändert zwölf Cent je Aktie betragen - "ein Zeichen des Vertrauens in die Zukunft des Unternehmens", wie Finanzchef Van Riet sagte.

Nach dem Komplettausfall 2012 ist der Wienerberger-Vorstand auf bestem Weg, einen Bonus zu kassieren. Voraussetzung für die 2013er-Auszahlung ist allerdings, dass die Konzernziele auch in den drei Folgejahren erreicht werden. Diese auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Regelung kommt bei Wienerberger erstmals zum Einsatz. Am Kapitalmarkt wurden die Zahlen für 2013 und die Prognose für das laufende Jahr positiv aufgenommen.

Einmal mehr zeige sich, dass der Aufbau eines starken zweiten Standbeins mit Röhren (Pipelife) und Bodenbefestigung (Steinzeug-Keramo, Semmelrock) die richtige Entscheidung gewesen sei, sagte Scheuch. Dieser Bereich sei weniger zyklisch als das Ziegelgeschäft, wo noch immer mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes erzielt wird. "In der Erdgas-, Erdöl- und Elektroindustrie gibt es für unsere Rohre noch viele Nischen, die wir besetzen können", sagte Scheuch. Bei Wienerberger sind weltweit rund 13.800 Mitarbeiter beschäftigt, etwa 900 davon in Österreich. (Günther Strobl, DER STANDARD, 28.2.2014)

  • Beim heimischen Ziegelproduzenten geht es wieder aufwärts.
    foto: reuters

    Beim heimischen Ziegelproduzenten geht es wieder aufwärts.

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