Ein Haus in Vorarlberg wie eine Wunderkammer

26. Februar 2014, 18:48
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Ein Stück Dornbirn soll verkauft werden

Dornbirn - Das Haus Schillerstraße 22 ist ein Stück Alt-Dornbirn. Von außen betrachtet, zeigt sich ein verspieltes, wenn auch renovierungsbedürftiges Bürgerhaus des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit romantischem Garten. Wirft man einen Blick ins Innere, eröffnet sich eine Wunderkammer. Das Haus gibt Zeugnis vom Schaffen dreier Männer: Erbauer Josef Kalb, ein Dekorationsmaler, hat es liebevoll ausgestaltet. Sein Sohn Edmund Kalb (1900 bis 1952), akademischer Maler und widerständiger Freigeist, hat hier gelebt, gearbeitet, unter Unverständnis und Behördenschikane gelitten. Und schließlich hat Nachfahre Georg Kalb, früherer Kapuziner, hier seine Sammlung religiöser Volkskunst ausgebreitet.

Im Vorgarten des Hauses stehen Schilder einer Immobilienfirma. Der 92-jährige Sammler will Haus und Objekte verkaufen. Rudolf Sagmeister, Kurator des Kunsthauses Bregenz, hat die Notbremse gezogen und mit dem Kunstschaffenden Ulrich Gabriel den "Kultur- und Kunstverein Edmund Kalb" gegründet. Aus dem Haus des Künstlers soll ein offenes Künstlerhaus mit Ateliers und Startwohnungen für junge Kunstschaffende werden. Die Neunutzung des denkmalgeschützten Hauses ist technisch möglich, wie eine Machbarkeitsstudie belegt.

Finanzieren und betreiben soll das Haus die öffentliche Hand. Nun wird mit Stadt und Land verhandelt. (jub, DER STANDARD, 27.2.2014)

  • Jeder Winkel des Kalb-Hauses birgt Gesammeltes.
    foto: jutta berger

    Jeder Winkel des Kalb-Hauses birgt Gesammeltes.

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