Höchstes Haus: Wiener DC Tower eröffnet

26. Februar 2014, 18:37
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Perrault-Wolkenkratzer in der Donaucity ist 250 Meter hoch - Über Bau von kleinerem Zwilling wird innerhalb der nächsten zwei Jahre entschieden

Wien - Das höchste Haus Österreichs, der DC Tower in der Donau-City im 22. Bezirk in Wien, ist am Mittwochnachmittag offiziell eröffnet worden. Der am Ufer der Neuen Donau situierte gläserne Riese ist 250 Meter hoch. Er überragt damit den Millennium Tower am anderen Flussufer deutlich. Dieser misst "nur" 202 Meter. Gestaltet wurde der Wolkenkratzer vom französischen Architekten Dominique Perrault.

Der Turm, so erläuterte Perrault heute, sei mit seiner "liquiden Fassade" der Donau nachempfunden. Offiziell trägt das hohe Haus übrigens die Bezeichnung DC Tower 1. Denn ursprünglich war auch noch ein kleinerer, rund 170 Meter hoher Zwilling projektiert. Ob er tatsächlich kommt, wird innerhalb der nächsten zwei Jahre entschieden, wie der Vorstand des Errichters WED AG, Thomas Jakoubek, verriet.

Zu 50 Prozent vermietet

Der DC Tower ist derzeit zu rund 50 Prozent vermietet, sagte Jakoubek. Mieter sind derzeit unter anderem der Pharmakonzern Baxter, die Erste Bank, ein Schönheitschirurg, ein Fitnessstudio sowie die spanische Hotelkette Melia, die damit ihre Österreich-Premiere feiert. Die in diesen Tagen erfolgte Inbetriebnahme des Hotels war quasi auch Anlass für die offizielle Eröffnung des Turmes.

Mit mehreren weiteren möglichen Mietern wird derzeit verhandelt, berichtete Jakoubek. Innerhalb der nächste zwei Jahre soll - so ist der Plan - 95 Prozent der insgesamt 66.000 Quadratmeter Mietfläche vergeben sein. Der DC Tower verfügt über insgesamt 60 Geschoße. Investor war die UniCredit Bank Austria AG, wobei das Investitionsvolumen 300 Millionen Euro betrug. Unternehmensvorstand Helmut Bernkopf zeigte sich heute zuversichtlich, dass das Projekt ein wirtschaftlicher Erfolg werde - da es sich um eine hochwertige Immobilie an einem attraktiven Standort handle, wie er versicherte.

290.000 Tonnen Gewicht

Baubeginn war im Sommer 2010. Insgesamt wurden 110.000 Kubikmeter Beton und 20.000 Tonnen Stahl verarbeitet, was dem Monolithen ein Gesamtgewicht von 290.000 Tonnen bescherte. Und eigentlich, so beteuerte Jakoubek, ist der Turm sogar 260 Meter hoch. Denn bei anderen Wolkenkratzern werde gerne vom "gewachsenen Boden" aus gemessen. Beim DC Tower werde jedoch die höher gelegene Fußgänger- bzw. Eingangsebene als Basis herangezogen.

"Die Stadt Wien hat ein neues Wahrzeichen. Ich bin sehr stolz, dass wir heute hier sitzen", zeigte sich Jakoubek jedenfalls erfreut. Und auch ein prominenter Gast war durchaus beeindruckt: "Es ist schön zu sehen, wie hier eine Art neues Wien entwickelt wird", sagte der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani. Wien könne im historischen Teil der Stadt keine neuen Gebäude entwickeln, darum geschehe dies in neuen Stadtteilen: "Das ist eine sehr spannende Sache."

57 Stockwerke

Er selbst liebe Wolkenkratzer. Seine Favoriten seien stets die Twin Towers in New York gewesen, berichtete Giuliani, in dessen Amtszeit die Zerstörung des World Trade Centers fiel.

Gefeiert wurde im Ballsaal sowie im Restaurant des Melia-Hotels. Dieses ist öffentlich zugänglich und nennt sich "57 Restaurant & Lounge". Es befindet sich dem Namen entsprechend im 57. Stock, also in der Turmspitze. Die insgesamt 253 Zimmer des Hotels befinden sich hingegen im unteren Teil des Towers, verteilt auf 18 Etagen.

Nur Donauturm höher

Und auch wenn das Ausmaß imposant ist: Das höchste Bauwerk des Landes ist der DC Tower nicht. Der benachbarte Donauturm misst 252 Meter, also zwei Meter mehr. Eher sehr viel fehlt zur Weltspitze: Das höchste Haus Europas steht derzeit in Moskau. Der Mercury City Tower im Geschäftsviertel Moskwa City ist 339 Meter hoch. Und selbst dieser ist im Vergleich zum welthöchsten Haus, dem Burj Khalifa (Dubai) mit seinen 828 Metern, vergleichsweise niedrig. (APA, 26.2.2014)

  • Das höchste Haus der Landes.
    foto: apa/hans punz

    Das höchste Haus der Landes.

  • Rudolph Giuliani, Thomas Jakoubek und Edwin Aldrin (v. li.).
    foto: apa/hans punz

    Rudolph Giuliani, Thomas Jakoubek und Edwin Aldrin (v. li.).

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