Internationale Konkurrenz in Vorständen gering

26. Februar 2014, 18:38
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Die meisten Vorstände seien Österreicher, sagt die Arbeiterkammer. Sie fordert nachvollziehbare Kriterien für die Vergütung von Managern

Wien - Die hohen Vorstandsgagen sind der Arbeiterkammer schon länger ein Dorn im Auge. Von den Konzernen werden die Millionen-Gehälter oft damit argumentiert, dass man die Leute ob der internationalen Konkurrenz auch angemessen bezahlen müsse, um sie bei der Stange zu halten.

Wie international die Vorstandsposten der 37 Unternehmen, die im ATX-Prime vertreten sind, besetzt sind, hat sich die Arbeiterkammer Wien daher nun angesehen. 121 Karriereverläufe wurden dafür unter die Lupe genommen. Das Fazit: Fast 70 Prozent der heutigen Vorstände waren vor ihrem Vorstandsmandat schon einmal in jenem Konzern beschäftigt, den sie heute leiten.

Rund 30 Prozent sind als Quereinsteiger ins Unternehmen gekommen. Von 121 Vorständen sind 81 Prozent Österreicher, nur 19 Prozent sind ausländischer Herkunft. Davon kommen aber wiederum fast 74 Prozent aus dem deutschsprachigen Raum. Frauen sind mit einem Anteil von 3,3 Prozent unterrepräsentiert.

Für Heinz Leitsmüller von der Abteilung für Betriebswirtschaft der Arbeiterkammer Wien ist das "brain-drain-Argument" (Angst vor Abwanderung der Führungskräfte) damit ein Mythos, "der die hohen Gagen einfach nicht rechtfertigt". Denn der große Markt spiele sich nicht zwischen Branchen und Unternehmen ab, sondern finde meist innerhalb eines Unternehmens statt. Der interkulturelle Austausch finde einfach nicht statt.

Zudem orientierten sich die Gehälter und Bonuszahlungen noch immer nicht an nachhaltigen Kriterien. "Es gehören endlich nachvollziehbare Vorgaben für die Vorstandsvergütung her", fasst Leitsmüller zusammen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 27.2.2014)

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