Datenleck beim Bifie: Vertrauens-GAU

Kommentar26. Februar 2014, 17:44
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Persönliche Daten müssen allergenauestens aufbewahrt und strengstens gesichert werden

Daten sind Vertrauenssache - und das Schlimmste an dem nun bekanntgewordenen Datenleck im Zusammenhang mit dem Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) ist die Vertrauenskrise, die es ausgelöst hat. Die betroffenen Daten sind in dem Fall gar nicht so dramatisch heikel oder interessant. Es gibt keine Schülernamen, nur Codes für Schule und Klasse und viele Einser und Nullen, die zeigen, ob ein Kind die jeweilige Aufgabe bei der informellen Kompetenztestung richtig oder falsch löste.

Aber darum geht es überhaupt nicht. Es geht ums Prinzip. Persönliche Daten, Schul- oder Bankdaten, E-Mails oder höchst sensible Gesundheitsdaten - egal welche - müssen, so sie von jemandem anvertraut werden, allergenauestens aufbewahrt und strengstens gesichert werden. Keine Knautschzone, alles oder nichts. Jedes einzelne Datum, das einem falschen Adressaten unter die Augen kommt, unterminiert das Vertrauen in derartige Systeme.

Es mag Datensammlungen geben, denen man sich bewusst und absichtlich entziehen kann, indem man etwa diverse Zugriffsrechte auf das eigene Smartphone verweigert - Prinzip Selbstverantwortung. Aber eine noch viel größere Verantwortung trifft jene Datensammler, die das im Namen des Staates - beim Bifie namens der Bildungspolitik und auch durchaus für sinnvolle Sachen - tun. Da scheint es noch an Bewusstsein zu mangeln, warum höchste Sorgfalt ein Muss ist: Es geht um digitale Bürgerrechte. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 27.2.2014)

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