Probleme der "Schatten-EDV"

26. Februar 2014, 17:35
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Experte: Vorgeschmack auf Gesundheitsakte Elga

Wien - Der Obmann der Arge Daten, Hans Zeger, reagierte "wenig überrascht" auf die Datenlücke bei Schülertests. Als Problem macht er die "Schatten-EDV" aus: Zwar seien die zentralen Systeme meist sicher - die Schwierigkeiten entstünden aber oft dann, wenn sich Mitarbeiter durchaus in gutem Glauben etwa Kopien für ihre Arbeit machen.

"Massives Kompetenzproblem"

Die im Internet aufgetauchte Datenmenge bezeichnet Zeger als "Mini-Menge": "1,8 Gigabyte sind gar nichts." Ein "massives Kompetenzproblem" ortet Zeger beim Bifie: Dort sei man offenbar schon vor zwei Monaten auf das Problem aufmerksam gemacht worden. "Dass irgendwann einmal Daten wegkommen, kann passieren. Das ist Teil der EDV. Aber darauf zwei Monate lang nicht zu reagieren und zu sagen, das ist ein ehemaliger Vertragspartner, der uns ärgern will, ist schon ein Problem." Allerdings kein untypisches: Bei Schulungen in Unternehmen habe man immer wieder innerhalb kürzester Zeit Lücken identifiziert: "Um diese hat sich aber niemand gekümmert, weil niemand sie verstanden hat."

Bei anderen Systemen sei er noch skeptischer, verwies Zeger etwa auf die Elektronische Gesundheitsakte (Elga): "Das ist völlig intransparent konzipiert, niemand ist verantwortlich für die Sicherheit. Beim Bifie war zumindest jemand dafür verantwortlich." Bei Elga sei es in Sachen Zugriff "ähnlich wie bei einem Tresorschlüssel": "Auf dem Schlüssel sind keine Diamanten draufgeklebt, aber wer den Schlüssel hat, hat Zugriff auf die Diamanten. Dort sind 100.000 Leute zugriffsberechtigt und hunderte Server im Spiel."

Auch hier fürchte er "Schatten-EDV" - nämlich was mit den Daten nach dem durchaus legalen Zugriff darauf passiere. (sum, APA, DER STANDARD, 27.2.2014)

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