Beruf als "Erbe" der Eltern

26. Februar 2014, 13:45
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Mangelnde Durchlässigkeit in höhere Bildung ist in Österreich ein Manko. Wie weit auch der Beruf "vererbt" wird, zeigt eine aktuelle Erhebung

In Österreich werden nicht nur Bildungschancen weitgehend "vererbt", sondern zu einem guten Teil auch die Berufe der Eltern. Das zeigt eine Spezialauswertung der jährlichen GfK-Lifestyle-Studie. Vor allem die Kinder von Bauern werden erneut Bauern: 75 Prozent von ihnen haben einen Vater, der ebenfalls Landwirt war bzw. ist.

Dass Kinder von Akademikern mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit einen Hochschulabschluss erreichen als Kinder von Nicht-Akademikern, ist schon Gegenstand zahlreicher Erhebungen gewesen. Die geringe Bildungsmobilität zeigt sich in der GfK-Studie, für die 4.000 Personen über 15 Jahre befragt wurden, aber auch in einem anderen Detail. Viele Eltern wählten für ihre Kinder exakt den gleichen Schultyp, den sie selbst besucht haben. Die Orientierung erfolgt dabei meist an der Schule des Vaters: Hat er eine berufsbildende mittlere Schule (BMS) eine AHS oder BHS abgeschlossen, tun es ihm seine Kinder überdurchschnittlich oft gleich.

Gleiches gilt aber auch für die Berufe - selbst wenn ein anderer Beruf gewählt wird, besteht im Niveau nur ein geringer Unterschied zu dem des Vaters. So haben etwa 24 Prozent der Inhaber bzw. Direktoren einer kleineren Firma einen Inhaber bzw. Direktor einer kleineren Firma als Vater, aber auch bei 13 Prozent der Freiberufler hatte der Vater diese Profession (Schnitt: sieben Prozent).

Ein Naturgesetz ist die Vererbung von Bildung und Beruf aber nicht. Das zeigen etwa die Ausnahmen, wonach ein Aufstieg durchaus möglich ist. Die Kinder von Vätern mit einer Lehre als höchstem Bildungsabschluss sind zwar häufig in dessen Fußstapfen getreten und Facharbeiter geworden - teilweise haben sie aber auch Firmen gegründet (sechs Prozent) oder arbeiten in einer leitenden Positionen (elf Prozent). (APA, 26.02.2014)

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