Airbus verdient am Geschäft mit Fluglinien

26. Februar 2014, 10:16
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Trotz der Kosten für die laufende Sanierung verbuchte Airbus im vergangenen Jahr einen deutlich Gewinnanstieg

Toulouse - Der Luftfahrtkonzern Airbus sieht sich angesichts des Booms im Geschäft mit Passagierjets auf Kurs zu seinen Renditezielen. Für heuer sagte Konzernchef Tom Enders am Mittwoch zwar lediglich stagnierende Umsätze, dafür aber weiter steigende Margen voraus. Der Umbau des lahmenden Militärgeschäfts, der mit dem Abbau tausender Stellen in Deutschland einhergeht, beginne sich unterdessen auszuzahlen.

"Wir hatten insbesondere im Airbus-Zivilflugzeuggeschäft einen starken Auftragseingang, der eine solide Grundlage für das künftige Wachstum unseres Konzerns bildet", erklärte Enders. Vor allem die Bestellungen arabischer Airlines für große Flugzeugmodelle füllten Airbus im Schlussquartal 2013 die Auftragsbücher. Das Tagesgeschäft mit dem Mittelstreckenflieger A320 bleibt allerdings das Rückgrat des Flugzeugbaus. Enders stockt nun die Fertigungsrate für das Erfolgsmodell auf. Bis zum Jahr 2016 sollen 46 Flugzeuge monatlich die Produktion verlassen, bisher sind es 42.

Der prestigeträchtige Langstreckenflieger A350 bereitet dem Vorstand Kopfzerbrechen. Das jüngste Modell im Angebot sei zwar auf Kurs, bis Ende des Jahres in Dienst gestellt werden zu können. Allerdings musste Airbus die Stückkosten zuletzt höher veranschlagen. Der anstehende Produktionshochlauf berge noch einige Risiken, die der früheren EADS höhere Rückstellungen einbrocken könnten, erklärte der Konzern.

Gewinnanstieg

Trotz der Kosten für die laufende Sanierung verbuchte Airbus im vergangenen Jahr einen deutlich Gewinnanstieg. Vor allem wegen der guten Geschäfte mit Passagierfliegern legte der Überschuss binnen Jahresfrist um gut ein Fünftel auf 1,47 Mrd. Euro zu. Der Umsatz kletterte um 5 Prozent auf 59,3 Mrd. Euro. Die Dividende soll auf 75 von 60 Cent je Aktie steigen. Analysten hatten jedoch mehr erwartet - sie rechneten im Durchschnitt bei einem Überschuss von 1,59 Mrd. Euro mit einer Dividende von 85 Cent je Aktie.

Im traditionsreichen Rüstungsgeschäft verbuchte Airbus zwar erneut ein Umsatzplus von 4 Prozent auf fast 6 Mrd. Euro. Allerdings zeichnet sich in dem Geschäft bereits die Vorhersage von Konzernchef Enders ab, dass die Geschäfte dort wegen finanzschwacher staatlicher Auftraggeber schlechter laufen werden. Der Auftragsbestand der Sparte nahm zum Jahresende um acht Prozent ab. Im Geschäft mit Kriegsgerät und in der Raumfahrttechnik setzt Enders den Rotstift an. Rund 5.800 Stellen sollen vor allem in diesen Bereichen gestrichen werden, 2.600 davon in Deutschland. Der Eurofighter-Standort Manching bei Ingolstadt wird besonders hart getroffen, 1.000 Mitarbeiter sollen dort ihren Arbeitsplatz verlieren. Enders will im Ernstfall Personal auch betriebsbedingt kündigen, um seine Renditeziele zu erreichen.

In Deutschland steht Enders zudem neuerlicher politischer Ärger ins Haus. Insidern zufolgen verlangt der Reserveoffizier von Verteidigungsminister Ursula von der Leyen an die 900 Mio. Euro, falls sie die letzten 37 Eurofighter nicht wie ursprünglich abnimmt. Die CDU-Politikerin will Insidern zufolge auf die rund 3,2 Mrd. Euro teure Lieferung verzichten. In den Verträgen war seinerzeit allerdings eine Kompensationszahlung vereinbart, auf die Airbus pocht.

Airbus-Rüstungschef Bernhard Gerwert sprach sich für eine Neuordnung der Beziehung zwischen Industrie und Politik im Zuge der Reformen von der Leyens aus. "Verbesserte Beschaffungsprozesse, eine enge Partnerschaft, vor allem aber auch verlässliche Geschäftsbeziehungen müssen Ziel der bevorstehenden Reformbemühungen sein", schrieb er in einem Brief an die Mitarbeiter. (APA/Reuters, 26.2.2014)

  • Der prestigeträchtige Langstreckenflieger A350 bereitet dem Vorstand Kopfzerbrechen.
    foto: reuters/edgar su

    Der prestigeträchtige Langstreckenflieger A350 bereitet dem Vorstand Kopfzerbrechen.

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