Salzburger Osterfestspiele: Beide Angeklagten verurteilt

25. Februar 2014, 17:12
9 Postings

Ex-Technik-Chef Klaus Kretschmer zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt - Drei Jahre und zehn Monate Haft für ehemaligen Geschäftsführer Michael Dewitte

Salzburg - Klaus Kretschmer, ehemaliger Technischer Direktor der Salzburger Festspiele, und Michael Dewitte, ehemaliger Geschäftsführer der Osterfestspiele, wurden am Dienstagnachmittag wegen Untreue und schweren gewerbsmäßigen Betrugs (nur Kretschmer) zu drei Jahren und zwei Monaten sowie drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die beiden müssen darüber hinaus 839.000 Euro, Dewitte zusätzlich 423.000 Euro an die Osterfestspiele zurückzahlen.

Für die Rückzahlung haben die zwei Männer 14 Tage Zeit. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, die Verteidigung hat sich drei Tage Bedenkzeit erbeten.

Provisionen selbst ausbezahlt

Dewitte habe sich Provisionen selbst ausbezahlt, ohne dafür eine Berechtigung zu haben, sagte Richterin Daniela Meniuk-Prossinger in der Urteilsbegründung. Das Schöffengericht folgte damit der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die eine entsprechende Unterschrift eines 2002 zuständigen Landesbeamten nur als Kenntnisnahme von Dewittes Provisionsforderungen und nicht als Zustimmung wertet.

Bei Kretschmer, der nach Auffliegen des Skandals gesundheitliche Probleme bekam und beim Prozess sogar aus dem Krankenhaus geholt werden musste, vermisste das Gericht schlicht Gegenleistungen für die kassierten Honorare.

Ein deutscher Medienkaufmann war wegen überhöhter Rechnungen und Scheinrechnungen in Höhe von rund 300.000 Euro für Scheinwerfer bereits im November 2013 wegen gewerbsmäßig schweren Betruges zu 24 Monaten Haft  auf Bewährung rechtskräftig verurteilt worden. (neu, 25.2.2014)

  • Der ehemalige Geschäftsführer der Osterfestspiele, Michael Dewitte, vor Beginn des Prozesses im September 2013 im Landesgericht Salzburg.
    foto: apa/neumayr

    Der ehemalige Geschäftsführer der Osterfestspiele, Michael Dewitte, vor Beginn des Prozesses im September 2013 im Landesgericht Salzburg.

Share if you care.