RHI bastelt an nächstem Sparprogramm

25. Februar 2014, 17:08
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Kostenexplosion bei Rohstoffwerk in Norwegen macht Abschreibung notwendig

Wien - RHI, führender Anbieter von Feuerfestmaterial zur Auskleidung von Hoch- und Schmelzöfen in der Stahl- bzw. Zementindustrie, hat Berater von Booz & Company ins Haus geholt. Die sollen bis Herbst Vorschläge machen, wie Geschäftsprozesse optimiert und damit Kosten gespart werden könnten. Ein Sparprogramm hat im Vorjahr 30 Mio. Euro gebracht. Wie viele es diesmal sein werden, sei offen, sagte RHI-Vorstandschef Franz Struzl bei der Bilanzpräsentation am Dienstag.

Die Verpflichtung von Booz ist eine Reaktion auf den Gewinneinbruch im Vorjahr. Das operative Ergebnis hat sich um fast 23 Prozent auf 126,8 Mio. Euro verschlechtert, wobei allein Norwegen mit 30 Mio. Euro durchgeschlagen hat. Im 1. Halbjahr 2011 hatte die frühere RHI-Führung den Bau einer Magnesiaschmelze in Porsgrunn nahe Oslo beschlossen. Damit wollte man sich eine billige, aber qualitativ hochwertige Alternative zu Rohstoffbezügen aus China schaffen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Importen verringern.

Abschreibungen

"Die Qualität passt, der Eigenversorgungsgrad ist auf 80 bis 90 Prozent gestiegen, aber die Kosten sind noch immer zu hoch," sagte Struzl. Um dem Rechnung zu tragen, habe man eine Abschreibung in Höhe von 65 Mio. Euro vorgenommen, sagte Finanzvorstand Barbara Potisk. Inzwischen sei ein gutes Dutzend Spezialisten aus anderen Werken nach Porsgrunn geschickt worden. Sie sollen die Probleme bei der Gewinnung von Magnesia aus Meerwasser in den Griff bekommen. Heuer rechnet Struzl mit einer Belastung von bis zu 20 Mio. Euro. Ziel sei es, bis Ende 2015 in Norwegen wettbewerbsfähigen Rohstoff zu erzeugen. Das bisherige Investment beläuft sich auf rund 100 Mio. Euro.

Für heuer rechnet Struzl mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld. Der Konzernumsatz sollte dennoch um drei Prozent steigen, die operative Ergebnismarge mit acht bis neun Prozent höher ausfallen als 2013 (7,2 Prozent). Trotz Gewinneinbruchs können die Aktionäre für 2013 mit einer unveränderten Dividende von 75 Cent je Aktie rechnen. An der Börse legte das RHI-Papier am Dienstag leicht zu. (stro, DER STANDARD, 26.2.2014)

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