Wider das Vergessen und Zerstören

25. Februar 2014, 18:34
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Kulturverein in Erinnerung an Edmund Kalb gegründet

Edmund Kalb zählt zu den bedeutendsten Malern Vorarlbergs. Zu Lebzeiten galt er jedoch als Außenseiter, viele seiner Werke wurden zerstört. Geboren 1900 in Dornbirn, wuchs er in einem Umfeld auf, dass geprägt war von der Autorität des Vaters und der religiösen Mutter. Die Porträts, die er von ihr angefertigt hatte, zeigen eine Frau mit harten Gesichtszügen.

Kalbs Vater arbeitete als Dekorationsmaler; für die Ambitionen des Sohnes hatte er jedoch wenig übrig. Als "Sudelei" und als Verschwendung von Papier beschimpfte er dessen expressionistische Zeichnungen. 1925 ging Kalb nach München, wo er bis 1928 an der Akademie der Bildenden Künste studierte. Nach eigenen Angaben schuf er in der Zeit etwa tausend Selbstbildnisse. Charakteristisch für die Porträtserie ist die Monotonie ob des immer gleichen Ausdrucks. Erst vier Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1956, wurde er durch eine Ausstellung der Künstlervereinigung der Öffentlichkeit bekannt. 2002 widmete ihm Stephan Settele das Filmporträt Erwachen aus dem Schicksal.

Heute sind rund 1.100 Arbeiten erfasst; viele der Werke wurden nach seinem Tod zerstört. Noch 1967 vernichtete der Neffe Georg Kalb fast alle Aktzeichnungen. Um die Hinterlassenschaften Kalbs zu bewahren, wurde nun auf Initiative von Ulrich Gabriel und Rudolf Sagmeister der Kunst- und Kulturverein Edmund Kalb gegründet. Ziel ist es, das Wohn- und Arbeitshaus von Edmund Kalb in Dornbirn zu erhalten und auch einen Kernbestand der volkskundlichen Sammlung von Kalb durch den Ankauf zu sichern. (niwe, DER STANDARD, 26.2.2014)

"Buchstäblich Vorarlberg", im alten Gebäudeteil der ehemaligen Bezirkshauptmannschaft Dornbirn

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