Budget-Sektionschef Steger wechselt zum Rechnungshof

25. Februar 2014, 13:48
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Übernimmt Finanzsektion der Kontrollbehörde - Steger: Nach abgeschlossener Budgetreform "Mission im Finanzministerium erfüllt"

Wien - Der Chef der Budgetsektion im Finanzministerium, Gerhard Steger, wechselt zum Rechnungshof. Wie Rechnungshofpräsident Josef Moser am Dienstag sagte, wird der 56-Jährige künftig die für Finanzen zuständige Sektion leiten. Steger folgt auf Oskar Herics, der zum Europäischen Rechnungshof wechselt. Bestätigung durch Bundespräsident Heinz Fischer vorausgesetzt, erfolgt der Wechsel zum 1. April.

Steger ist seit Oktober 1997 Leiter der Budgetsektion und hat damit sämtliche Bundesbudgets maßgeblich mitgestaltet. Im Rechnungshof wird er unter anderem für Prüfungen bei Banken sowie für den Bundesrechnungsabschluss - also die Budgetbilanz - zuständig sein.

Moser lobt Steger als auch international renommierten Experten. Mit Steger habe jemand gewonnen werden können, "der für nachhaltige Finanzen steht" und sich immer für Verwaltungsreform ausgesprochen habe. Außerdem sei Steger einer der Väter des neuen Haushaltsrechts. Die zuständige Kommission habe Steger unter elf Bewerbern vorgeschlagen.

Stegers Bewerbung sei "äußerst erfreulich" gewesen, sagte Moser. Der Spitzenbeamte selbst begründet seinen Wechsel damit, dass er sich nach der im Vorjahr abgeschlossenen Haushaltsrechtsreform des Bundes einer "neuen Herausforderung" stellen wolle. "Ich will nicht in Routine abgleiten", so Steger.

"Mission erfüllt"

Er habe zuletzt intensiv an den neuen Haushaltsregeln des Bundes gearbeitet. "Das war meine Mission im Finanzministerium, die ist jetzt erfüllt", meinte Steger. Ihm gehe es um die Sache: "Ich kann das aus Sicht des Finanzministeriums machen und jetzt freue ich mich, das aus Sicht der Finanzkontrolle machen zu können."

Mit dem mitunter schwierigen Verhältnis zur Politik - Kritik gab es etwa im Zusammenhang mit der Debatte um das "Budgetloch" - habe sein Wechsel nichts zu tun, betonte er: "Da darf man nicht empfindlich sein, ich habe eine Haut wie ein Elefant." Beamte seien pragmatisiert, damit sie klare fachliche Anliegen vertreten - "wurscht, ob das politisch willkommen ist oder nicht".

Eine Beißhemmung gegenüber den früheren Kollegen werde er jedenfalls nicht haben, versicherte Steger: "Mein Zahnarzt sagt, ich habe ein Gebiss wie ein 18-Jähriger." Auch Moser befürchtet das nicht: "So, wie man Sektionschef Steger kennt, weiß man, dass er für Transparenz und Unabhängigkeit steht."

An den Budgets für 2014 und 2015 wird Steger nicht mehr mitarbeiten: "Ich habe Gott sei Dank exzellente Leute, die können das. Jede Person ist ersetzbar, ich selbstverständlich auch." (APA, 25.2.2014)

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