Mit Leidenschaft gegen zurückgeklappte Rückenlehnen

28. Februar 2014, 08:52
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Kaputte Laptops, prügelnde Passagiere und gestresste Flugbegleiter. Laut Richard A. Moran wäre all das durch ein Verbot, Rückenlehnen umzuklappen, vermeidbar

Richard A. Moran ist viel unterwegs, geschäftlich. Und er würde die Zeit im Flieger gerne dafür nutzen, PowerPoint-Präsentationen zu machen. Kann er aber nicht. Schuld daran sind zurückgeklappte Rückenlehnen.

Inzwischen hat Moran dermaßen viel Frust und Aggressionen aufgebaut, dass er einen leidenschaftlichen Text für ein Verbot zurückgeklappter Rückenlehnen verfasst hat. Und er schlägt vor, dass in Flugzeugen Zettel verteilt werden, die Passagiere auf folgende Situation hinweisen:

"Sehr geehrte Person vor mir,

ich kenne Sie nicht aber Ihr Hinterkopf ist im Moment nur zehn Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Ich kann Ihr Head and Shoulder Shampoo riechen (es wirkt nicht). Das ist eventuell ein bisschen zu intim für Fremde. Wenn dieser Flieger landet, muss ich eine PowerPoint-Präsentation abliefern, ich habe sie bis jetzt nicht fertig gemacht. Ich habe geplant, das während dieses Fluges zu erledigen aber da Sie jetzt beinahe auf meinem Schoß liegen, kann ich meinen Laptop nicht öffnen und ich kann nicht arbeiten. Das wird mir und meiner Karriere Probleme bereiten. Würde es Ihnen also etwas ausmachen, sich nach vorne zu bewegen. Vielen Dank! Hochachtungsvoll der Geschäftsreisende hinter Ihnen."

Wenn Fäuste sprechen

Außerdem erzählt Moran von Vorfällen, bei denen beispielsweise der Laptop eines Geschäftsreisenden zu Bruch ging, weil der Vordersitz so schwungvoll umgelegt wurde, dass der Bildschirm zerbrach. Auf einem anderen Flug trugen zwei Passagiere den Rückenlehnen-Konflikt mit den Fäusten aus. Die Kontrahenten wurden bei der Landung verhaftet.

Laut Moran sind es vor allem die Geschäftsreisenden, die die höchsten Preise für Flüge bezahlen, da sie kurzfristiger buchen. Und dann würden sie eingeklemmt im mittleren Sitz stecken. In der Regel hätten sie noch vor der Landung Arbeit zu erledigen. Die umgelegte Rückenlehne ist seiner Meinung nach ein all umfassendes Problem an Bord, nicht nur für Geschäftsreisende sondern beispielsweise auch für Passagiere mit Babys auf dem Schoß.

Zu allem Überfluss würden Fluggesellschaften die Gäste mit Worten wie "lehnen Sie sich zurück und genießen Sie Ihren Flug" geradezu dazu auffordern, die Rückenlehne umzulegen.

Nun wünscht sich Moran, dass das Umklappen der Rückenlehne generell verboten wird. Auch im Sinne der Flugbegleiter, die dadurch weniger Arbeit hätten mit Passagieren, die ein Extraeinladung benötigen, um sich entsprechend den Vorschriften auf die Landung vorzubereiten. Er ist auf der Suche nach Ideen, wie man Fluggesellschaften davon überzeugen könnte, mit den umgelegten Rückenlehnen Schluss zu machen. Haben Sie Ideen? (todt, derStandard.at, 28.2.2014)

  • Wer will schon wissen, welches Shampoo der Vordermann im Flugzeug verwendet?

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