Derzeit nur als Schulversuch möglich

25. Februar 2014, 12:43
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Verbale Beurteilung, Pensenbücher, direkte Leistungsvorlagen

Wien - Schon derzeit ist die alternative Leistungsbeurteilung vor allem an Volksschulen stark verbreitet. Dabei sind zwei Formen zu unterscheiden: Einerseits können an Volksschulen, Sonderschulen und Neuen Mittelschulen den Ziffernnoten schriftliche Erläuterungen hinzugefügt werden. Dafür ist nur ein Beschluss des aus Eltern- und Lehrervertretern gebildeten Klassen- bzw. Schulforums nötig.

Soll die Ziffernnote dagegen durch eine andere Form der Leistungsbeurteilung ganz ersetzt werden, muss dies über einen Schulversuch geschehen. Dafür sind die Ausarbeitung eines Schulversuchsplans, die Genehmigung des Landesschulrats sowie die Zustimmung von mindestens zwei Drittel der betroffenen Eltern und Lehrer erforderlich. Außerdem muss sichergestellt sein, dass "auf Verlangen der Erziehungsberechtigten die Beurteilung im Jahreszeugnis jedenfalls durch Noten zu erfolgen hat".

In der Praxis haben sich drei Formen der alternativen Leistungsbeurteilung durchgesetzt: Verbale Beurteilung, Lernzielkataloge (Pensenbücher) sowie die Beurteilung direkter Leistungsvorlagen - auch Mischformen sind möglich.

Kindgerechte Beurteilung

Bei der verbalen Beurteilung werden meist in einem möglichst kindgerecht gehaltenen persönlichen Brief die Lernfortschritte des Kindes beschrieben. Dabei sollen die Eltern und Kind informiert werden, inwieweit Lernziele erreicht und in welcher Weise Aufgaben bearbeitet werden. Vermieden werden soll darin ein Vergleich mit anderen Schülern. Erreichte Ziele werden schriftlich festgehalten und im Zeugnis dokumentiert.

Lernzielkataloge stammen aus der Montessori-Pädagogik und setzen vor allem auf Selbstevaluierung. Dabei wird das Erreichen von Lernzielen in einem "Pensenbuch" festgehalten - damit sollen Eltern und Schüler unmittelbar über Fortschritte informiert werden. So entsteht eine Art Kompetenzprofil, das auch die Basis für regelmäßige Eltern- bzw. Schülergespräche bildet. Das Pensenbuch muss außerdem am Ende eine offizielle Mitteilung enthalten, ob das Klassenziel erreicht wurde. Notenähnliche Beurteilungen wie A, B oder C sollen vermieden werden.

Bei der direkten Leistungsvorlage werden meist Portfolios (Sammelmappen) mit den bisherigen Leistungen der Schüler angelegt. Das können neben schriftlichen Leistungen auch etwa Tonband- oder Videoaufzeichnungen oder auch Ergebnisse von Projektarbeiten sein, aber auch eher "im Vorbeigehen" demonstrierte Kompetenzen wie das Vorlesen vor den Eltern. Diese Portfolios werden dann möglichst häufig, mindestens aber zu Semesterende mit den Eltern bzw. Kindern besprochen. Im davon angefertigten Gesprächsprotokoll wird ebenfalls die offizielle Mitteilung über das Erreichen des Klassenziels festgehalten. (APA, 25.2.2014)

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