Eine einzige Gen-Veränderung macht Moskitos gegen Gifte immun

25. Februar 2014, 09:48
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Variante am Gen GsTe2 macht DDT und Pyrethroide bei Anopheles-Mücken praktisch wirkungslos

Paris - Bei Anopheles-Mücken bedarf es nur der Änderung einer einzigen Aminosäure eines Gens, um gegen bestimmte Insektenvernichtungsmittel resistent zu werde. Forscher um Charles Wondji von der Hochschule für Tropenmedizin in Liverpool fanden im westafrikanischen Benin eine Population der Stechmücken, die gegenüber DDT und Pyrethroiden praktisch immun waren.

Die Widerstandsfähigkeit von Moskitos gegen bestimmte Chemikalien ist ein großes Problem bei der Bekämpfung der von den Stechmücken übertragenen Tropenkrankheit Malaria. Die untersuchten Anopheles-Mücken waren nicht nur widerstandsfähig gegen das hochgiftige DDT, das in vielen Staaten verboten ist, in armen Ländern aber nach wie vor im Kampf gegen Malaria eingesetzt wird. Den Mücken konnten auch Pyrethroide nichts anhaben, mit denen gewöhnlich Moskitonetze zur Abwehr der Stechmücken imprägniert werden, wie die Wissenschafter am Dienstag im Fachmagazin "Genome Biology" veröffentlichten Artikel schreiben.

Aufgespaltene Gifte

Die Forscher verglichen das Erbgut der Moskitos aus Benin mit dem Erbgut anderer Stechmücken, die gegen die Chemikalien nicht resistent waren. Dabei entdeckten sie eine Veränderung an einem GsTe2 genannten Gen. Die Veränderung - von den Forschern als L119F bezeichnet - sorgt dafür, das die Stechmücke die Moleküle der Chemikalien so aufspalten können, dass die Mittel ihre giftige Wirkung verlieren.

Das mutierte Gen konnten die Wissenschafter auch bei ebenfalls resistenten Stechmücken aus anderen Ländern nachweisen. Die Forscher setzten das Gen zudem Fruchtfliegen ein. Auch die Fruchtfliegen wurden daraufhin resistent gegen DDT und Pyrethroide.

Mit der Arbeit der Forscher seien nun Tests möglich, um eine Widerstandsfähigkeit von Moskitos gegen bestimmte Insektizide frühzeitig zu erkennen, sagte Wondji. Trotz der Fortschritte im Kampf gegen die Malaria sterben jährlich mehr als 600.000 Menschen an der Tropenkrankheit - vor allem Kinder in Afrika und Südostasien. (APA/red, derStandard.at, 25.2.2014)

  • Mit nur einer einzigen Gen-Veränderung können Moskitos widerstandsfähig gegen das Insektenvernichtungsmittel DDT und andere Chemikalien werden.
    foto: apa

    Mit nur einer einzigen Gen-Veränderung können Moskitos widerstandsfähig gegen das Insektenvernichtungsmittel DDT und andere Chemikalien werden.

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