Samsung stellt Galaxy S5 vor

24. Februar 2014, 20:12
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5,1-Zoll Display mit 1.920 x 1.080 Pixel - Fingerabdrucksensor, 16-Megapixel-Kamera und 4K-Video, Android 4.4.2 als Basis

Eine Spur bescheidener als im Vorjahr präsentierte sich Samsung bei der Vorstellung seines neuen Smartphone-Flagschiffs. Wo zuletzt pompöse Launch-Events in New York oder London abgehalten wurden, beschränkte sich der Hardwarehersteller dieses mal auf eine Presseveranstaltung im Rahmen des derzeit in Barcelona abgehaltenen Mobile World Congress. Und eben dort machte man vor kurzem offiziell, was seit Wochen die Android-Gerüchteküche dominierte: Das Galaxy S5.

Hardware

Und dieses bringt zunächst einmal die gewohnten Änderungen bei der Hardwareausstattung. So wird der Bildschirm im Vergleich zum Galaxy S4 noch ein Stück größer - 5,1 Zoll stehen diesbezüglich auf der Spezifikationsliste. Beim Vorgänger hatte man sich noch mit 5 Zoll zufrieden gegeben. Dies hat allerdings auch zur Folge, dass das neue Smartphone mit Abmessungen von 142 x 72,5 x 8,1 mm nicht nur drei Millimeter breiter und 5 Millimeter länger sondern sogar leicht dicker als das S4 geworden ist - wenn auch nur minimal. Das Gewicht hat sich hingegen spürbar von 130 auf 145 Gramm erhöht.

Design

Rein äußerlich erinnert das S5 stark an seine Vorgänger, besitzt dieses Mal jedoch eine mit einer leichten Textur versehene Kunststoffrückseite. Einen ähnlichen Trick hatte schon Google für das erste Nexus 7 verwendet, um die subjektive Wahrnehmung des Materials aber auch die Rutschfestigkeit zu verbessern. Samsung nennt den Design-Stil übrigens "Modern Glam Look".

Bildschirm

Das Display ist wie gehabt ein Super-AMOLED aus Samsungs eigener Fertigung, das mit maximal 500 Nits besonders hell sein soll. Umgekehrt soll sich der Bildschirm aber auch besonders weit hinunterdimmen lassen. Entgegen früheren Berichten bleibt die Auflösung im Vergleich zum Vorgängermodell gleich, liegt also weiterhin bei 1.920 x 1.080 Pixel. Damit sinkt die Pixeldichte ausnahmsweise sogar minimal gegenüber dem S4.

Fingerabdruck

Bei einer der zentralen Neuerungen hat sich Samsung von Apple inspirieren lassen: Wie das iPhone 5S bietet auch das Galaxy S5 einen Fingerabdruckscanner. Dieser dient sowohl dazu, das Gerät zu entsperren als auch Einkäufe zu autorisieren. Zudem kann darüber ein "Private Mode" entsperrt werden, um gewisse Daten zusätzlich vor dem Zugriff Dritter zu sichern, etwa wenn das Smartphone weitergegeben wird. Der entsprechende Sensor ist im Home-Knopf des S5 angebracht. Dessen schmale Ausführung führt dazu, dass der Finger zur Erkennung - ähnlich wie bei vielen Laptops - über den Knopf gezogen werden muss, anstatt wie beim iPhone nur aufgedrückt zu werden.

Dicht

Auch mit einer weiteren Neuerung folgt Samsung dem Vorbild anderer Hersteller, allen voran Sony: Das S5 ist sowohl gegen Staub als auch gegen Wasserschäden geschützt. In Folge ist jetzt auch der USB-Port an der Unterseite mit einer Gummiabdeckung versehen. Mit den Geräten von Sony kann es in dieser Hinsicht jedoch nicht mithalten. Samsung betonte bei der Präsentation, dass das S5 im Gegensatz zum XPeria Z1 oder Z2 nicht unter Wasser getaucht werden soll. Wie man dann zu der ebenfalls erwähnten IP67-Zertifizierung gekommen ist, die eigentlich 30 Minuten unter Wasser verspricht, bleibt offen.

Kamera

Ein weiterer Schwerpunkt aktueller Smartphone-Entwicklung ist der Bereich Kamera. Und hier legt Samsung gehörig nach: Das Galaxy S5 kann mit einer 16 Megapixel-Kamera und einem LED-Flash aufwarten. Besonders streicht man dabei den flinken Autofokus heraus, der dank PDAF (Phase Detection Auto Focus) in 0,3 Sekunden das Bild scharf gestellt haben soll. Als zusätzliches Softwarefeature gibt es den "Selective Focus", der einen künstlichen Tiefeneffekt wie bei professionellen Kameras herstellen soll.

Video

Auch in Fragen Videos gibt es ein signifikantes Upgrade im Vergleich zum S4: Diese können nun mit einer maximalen Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixel aufgenommen werden, beim Vorgänger lag dieser Wert noch bei 1.920 x 1.080 Pixel. Zudem gibt es einen neuen HDR-Modus für Videoaufnahmen, sowie eine Echtzeitvorschau für entsprechende Fotos.

Herzschlag

Gleich neben dem LED-Flash ist ein Herzschlagsensor angebracht, der im Zusammenspiel mit einer neuen Version von S-Health neue Anwendungen ermöglichen soll. An der Vorderseite gibt es einen zweite Kamera mit 2,1 Megapixel.

CPU

Zu den weiteren Merkmalen gehören ein Snapdragon 801 Quad-Core-Prozessor, der maximal mit 2,5 GHz getaktet ist, sowie 2 GB an Hauptspeicher. Am Rande der Präsentation ließ Samsung durchblicken, dass es - wie im Vorjahr - noch eine zweite Variante des S5 mit anderem Prozessor geben wird und zwar mit einem 2,1 GHz Octa-Core Exynos-Chip aus eigener Fertigung. Die Wahl überlässt man dabei allerdings nicht den KonsumentInnen selbst, ob Exynos oder Snapdragon wird von Samsung je nach Regionen zentral bestimmt.

Akku

Der Akku ist mit 2.800 mAh angegeben und soll in Kombination mit anderen Optimierungen eine um 20 Prozent längere Akkulaufzeit ergeben. Zusätzlich gibt es einen "Ultra Power Saving Mode", der die Funktionalität des Geräts auf das Minimum reduziert und das Display auf Schwarz/Weiß stellt. Dies ist für Situationen gedacht, wenn der Akku knapp wird, und keine Lademöglichkeit in der Nähe ist. Bei 10 Prozent verbliebener Akku-Ladung soll das S5 damit noch weitere 24 Stunden durchhalten. Wie von Vorgängermodellen gewohnt, kann der Akku auch beim S5 wieder einfach getauscht werden.

Vermischtes

Zur externen Anbindung ist ein Micro-USB-3.0-Port vorhanden, der lokale Speicher liegt je nach Ausführung bei 16 oder 32 GB, kann aber, wie von Samsung gewohnt, über eine MicroSD-Karte erweitert werden. Es gibt WLAN 802.11ac mit 2x2 MIMO sowie eine umfassende LTE-Unterstützung (Category 4).

Android 4.4

Die Software des Galaxy S5 basiert auf dem aktuellen Android 4.4.2 samt den gewohnten Modifikationen des Herstellers in Form von Touchwiz. Die zuletzt durchgesickerte - angebliche- Abmachung zwischen Samsung und Google zur Reduktion der Oberfläche und macht sich hier noch nicht in der erwarteten Form bemerkbar, was angesichts der knappen Zeitpläne allerdings auch nicht weiter verwundern darf.

Features

Allerdings übernimmt man beim S5 so manches Feature von Google. Dazu gehört etwa die mit "KitKat" eingeführte, transparente Darstellung der Statuszeile. Eine eigenständige Neuerung ist der "Download Booster": Einmal aktiviert werden für Dateien mit mehr als 30 MB Umfang WLAN- und LTE-Verbindungen parallel genutzt, um die Download-Geschwindigkeit zu optimieren. Auch gibt es nun einen "Kids Mode", über den für Kinder eine eigene Oberfläche samt ausgesuchten Apps zusammengestellt werden kann.

Verfügbarkeit

Das Galaxy S5 soll am 11. April in insgesamt 150 Ländern gleichzeitig auf den Markt kommen. Dazu gehört auch Österreich, so nimmt der Mobilfunker A1 bereits ab dem 25. Februar Vorbestellungen entgegen. Zum Preis gibt es derzeit noch keine Informationen vom Hersteller. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 24.2.2014)

  • Das Samsung Galaxy S5.
    foto: albert gea / reuters

    Das Samsung Galaxy S5.

  • Samsung CEO J.K. Shin bei der Präsentation des neuen Top-Smartphone des eigenen Unternehmens.
    foto: manu fernandez / ap

    Samsung CEO J.K. Shin bei der Präsentation des neuen Top-Smartphone des eigenen Unternehmens.

  • Das S5 soll es zunächst in vier Farbausführungen geben: Schwarz, Weiß, Blau und Kupfer/Gold.
    foto: samsung

    Das S5 soll es zunächst in vier Farbausführungen geben: Schwarz, Weiß, Blau und Kupfer/Gold.

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