Frauenzwist im Vorarlberger Sozialressort

24. Februar 2014, 18:49
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Landesrätin Greti Schmid (VP) geht in Pension und schickt ihre Abteilungsleiterin in die Auszeit

Bregenz - Von Schreiduellen erzählt man sich im Landhaus. Nicht im Landtagssaal und zwischen konkurrierenden Parteien soll es laut hergegangen sein, sondern in der Sozialabteilung. Landesrätin Greti Schmid (VP) und ihre Abteilungsleiterin Elfriede Rauch-Eiter - vor drei Jahren, als die Juristin die Abteilung übernahm, noch gute Freundinnen - konnten nicht mehr miteinander. Nun wurde der Konflikt mit einem Kraftakt gelöst.

Greti Schmid wird im September nicht mehr zur Landtagswahl antreten, sie habe das Pensionsalter erreicht, begründete Schmid ihre Entscheidung. Innoffiziell heißt es, Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sei die vielen Beschwerden aus Sozialeinrichtungen über die schwierige Zusammenarbeit mit der Sozialabteilung leid gewesen und habe ein Machtwort gesprochen. Nun gehen beide Frauen. Schmid, wenn die neue Regierung steht, Rauch-Eiter ist schon nicht mehr im Landhaus erreichbar.

Sie wurde für ein halbes Jahr in eine "Auszeit" geschickt. In der Zwischenzeit soll die Abteilung umstrukturiert werden. Über Zeitungsinserate und Website sucht man bereits einen neuen Vorstand der Abteilung Soziales. Die Bewerbungsfrist läuft bis 16. März.

Eine ungewöhnliche Vorgangsweise, denn in der Regel werden Abteilungsleiter und -leiterinnen für fünf Jahre bestellt und dann auch verlängert. "Anscheinend hat da jemand die Reißleine gezogen, im Sozialressort herrscht ja politisches Chaos", vermutet SP-Chef Michael Ritsch. Informiert wurden die Landtagsfraktionen über die Neuerungen im Sozialressort nicht. Katharina Wiesflecker von den Grünen: "Wir können nur Vermutungen über die Hintergründe anstellen. Wahrscheinlich waren sich Landesrätin und Beamtin nicht mehr über die Umsetzung einig, beispielsweise über die Tarifanpassung im Sozialbereich."

Markus Vögel, Personalchef im Amt der Landesregierung, stellt klar: "Dr. Rauch-Eiter bleibt Abteilungsvorstand, die Abteilung wird aber umstrukturiert." Komme die Juristin im Herbst zurück - sie befindet sich laut Vögel im Krankenstand - werde sie die neu geschaffene Abteilung Gesellschaft und Integration übernehmen. Nicht mehr zu ihrem Verantwortungsbereich gehöre dann der Sozialfonds mit einem Budget von 280 Millionen Euro. Die Neuorganisation sei schon länger geplant. (Jutta Berger, DER STANDARD, 25.2.2014)

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