Pühringer tritt wieder an: "Ich tu's einfach gerne"

24. Februar 2014, 17:47
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Josef Pühringer (VP) wird nicht Seniorenbund-Chef: Der Landeshauptmann von Oberösterreich führt lieber die ÖVP 2015 erneut in die Landtagswahl

Linz - Überrascht hat die Entscheidung wohl niemanden. Die internen Querelen in der Bundespartei, das Aufrüsten der Neos in Oberösterreich, die eigene Machtfülle - für Josef Pühringer wäre jetzt wohl der denkbar schlechteste Zeitpunkt, den schwarzen Landes-Chefsessel mit der Schrebergartenbank zu tauschen.

In dem Wissen, gebraucht zu werden, ließ Pühringer Freund und Feind aber in den letzten Wochen zappeln. Doch zuletzt wurde vor allem in den eigenen Reihen der Druck entsprechend groß. Am Montag dann der große Tag der Verkündigung: Der 64-Jährige gibt - zuerst via Youtube-Botschaft, gefolgt von einer Pressekonferenz - bekannt, 2015 für die ÖVP noch einmal in den Ring zu steigen.

Keine Experimente

Die Erleichterung über die mittlerweile vierte Kandidatur Pühringers ist in den eigenen Reihen groß. Wahlziel der ÖVP ist es, die Absolute in der Regierung zu verteidigen. Derzeit hat sie fünf der neun Sitze. Daher verfolgt man in der Parteizentrale im Linzer Gleißner-Haus die Strategie, auf die sichere Karte zu setzen und keinen Neuen ins Rennen um den Landeshauptmannsessel zu schicken. Umfragen gehen davon aus, dass die ÖVP in Oberösterreich mit Pühringer an der Spitze um zehn Prozentpunkte mehr erreichen könnte als ohne ihn.

Er habe sich die Entscheidung "nicht leicht gemacht", sich aber schließlich fürs Weitermachen entschieden. Pühringer: "Ich verspüre genügend Kraft und Energie. Gerade in Zeiten wie unseren ist die Verbindung von Erfahrung und Erneuerung besonders wichtig." Nachsatz: "Und, ich tu's einfach gerne." Auf die Frage, inwieweit er in den letzten Wochen von der Bundes-VP bekniet worden sei, doch im Amt zu bleiben, regiert Pühringer allergisch: "Es gibt regelmäßig Gespräche mit der Bundespartei, aber darüber haben wir nicht geredet." Nachsatz: "Aber die schwierige Situation der Bundespartei hat ein wenig verpflichtend auf mich eingewirkt."

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert gehört das 1,69 Meter große Energiebündel ("Ich bin eben ein glaubwürdiger Vertreter der kleinen Leute") der Landesregierung an. Pühringer folgte am 2. März 1995 auf Josef Ratzenböck als Landeshauptmann. Nach der Landtagswahl 2003 schmiedete Pühringer das bundesweit erste Bündnis von Schwarz-Grün in einer Landesregierung, das 2009 seine Fortsetzung fand. Zu seinen politischen Denkmälern zählen das Linzer Musiktheater, die beiden Spitalsreformen und die geplante Medizin-Fakultät.

Die Verlängerung Pühringers zwingt ÖVP-Klubobmann Thomas Stelzer zu weiteren Runden in der Warteschleife. Stelzer wird gerne als Nachfolger Pühringers gehandelt. Um die Wartezeit zu verkürzen, werde dieser aber "als Nächster in die Landesregierung aufrücken und rechtzeitig in wichtige Funktionen eingeführt".

 

 

(Markus Rohrhofer, DER STANDARD, 25.2.2014)

  • Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer stehen dank seiner Wiederkandidatur in der ÖVP Tür und Tor offen - Hauptsache, er fährt bei der Landtagswahl 2015 den Wahlsieg ein und sichert weiter die Absolute für die Partei.
    foto: oövp/ wakolbinger

    Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer stehen dank seiner Wiederkandidatur in der ÖVP Tür und Tor offen - Hauptsache, er fährt bei der Landtagswahl 2015 den Wahlsieg ein und sichert weiter die Absolute für die Partei.

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