Milliardendeal in Chipbranche - RF Micro kauft TriQuint

24. Februar 2014, 16:13
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Unternehmen wollen gemeinsam um Handykunden kämpfen

Der US-Spezialchiphersteller RF Micro Devices überrascht die Branche mit einer Milliardenübernahme. Die Firma übernehme den heimischen Konkurrenten TriQuint Semiconductors für 1,6 Mrd. Dollar (1,17 Mrd. Euro), wie beide Seiten am Montag mitteilten. Das Geschäft wird allein in Aktien abgewickelt.

Zusammen könnten beide Unternehmen besser im Wettbewerb um Kunden in der Handy- und Mobilfunkindustrie bestehen, erklärten sie. Bei den Aktionären kam der Deal gut an: RF-Micro-Papiere stiegen im vorbörslichen US-Handel um 16 Prozent, TriQuint-Titel legten sogar 23 Prozent zu.

Nischensegment

Große Übernahmen sind in der Chipbranche selten. Einer der letzten Transaktionen dieser Größenordnung gab es im gleichen Nischensegment zuletzt 2011 als Intel die Mobilfunkchipsparte des größten deutschen Herstellers Infineon für 1,4 Mrd. Dollar kaufte, um besser im Geschäft mit Halbleitern für Smartphones Tritt zu fassen. Der Markt wird von Spezialisten wie dem britischen Chip-Entwickler ARM und dem amerikanischen Qualcomm-Konzern dominiert, die mit ihren stromsparenden Modellen für mobile Geräte an den etablierten Anbietern vorbeizgezogen sind.

Der Zusammenschluss von RF Micro und TriQuint schafft ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von gut 2 Mrd. Dollar. Durch die Fusion soll es Einsparungen von mindestens 150 Mio. Dollar geben, teilte RF-Chef Bob Bruggeworth mit. Der Manager bleibt an der Spitze des Vorstands des neuen Unternehmens. TriQuint-Chef Ralph Quinsey rückt an die Spitze des Verwaltungsrats. Durch die Aktientransaktion geht gut die Hälfte der Anteile an die bisherigen RF-Investoren, den Rest erhalten die TriQuint-Eigner. (APA, 24.2. 2014)

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