Sterbehilfe: Schwierige Frage nach selbstbestimmtem Lebensende

User-Diskussion24. Februar 2014, 16:53
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STANDARD-Redakteurin Julia Herrnböck diskutierte mit den Usern über rechtliche und ethische Fragen

Die Frage, ob ein Verbot der aktiven Sterbehilfe in der Verfassung verankert wird, sorgt in Österreich seit Monaten für hitzige Debatten. Auch in Deutschland und Belgien wird diskutiert, wie weit der Staat im Sterbeprozess involviert sein darf - und wo die Grenze zur Selbstbestimmung liegt. 

Beihilfe zum Suizid und Tötung auf Verlangen sind in Österreich im Strafgesetzbuch klar geregelt, dennoch sprechen sich in Umfragen knapp 70 Prozent für aktive Sterbehilfe aus. Die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ haben eine "breite, öffentliche Debatte" angekündigt, sogar eine Volksbefragung steht im Raum.

Nun fragen wir Sie: wie könnte dieser Prozess aussehen? Wie wollen Sie über Sterbehilfe informiert werden? Reicht das Strafgesetzbuch oder ist es notwendig, ein Verbot in der Verfassung zu verankern? Sollte jeder Mensch den Zeitpunkt seines Todes selbst bestimmen können, auch wenn er dafür Hilfe braucht?

STANDARD-Redakteurin Julia Herrnböck hat mit Ihnen über diese gesellschaftspoltisch relevanten Fragen diskutiert. Vielen Dank für Ihre interessanten Fragen und Diskussionsbeiträge. Das Forum steht Ihnen selbstverständlich weiterhin zum Ausstausch zur Verfügung. (juh, derStandard.at, 24.2.2014)

Wissen: Unterschiedliche Formen der Sterbehilfe

  • Aktive Sterbehilfe: Gezieltes Herbeiführen des Todes auf Wunsch der Person. (Nur in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und im US-Bundesstaat Oregon erlaubt)
  • Indirekte Sterbehilfe: Der beschleunigte Tod als Nebenwirkung eines schmerzlindernden Medikaments wird in Kauf genommen. (In Österreich legal)
  • Passive Sterbehilfe: Lebensverlängernde, medizinische Maßnahmen werden bewusst unterlassen oder reduziert. (In Österreich legal)
  • Assistierter Suizid: Wer ein tödliches Medikament bereitstellt, das eine Person sich aber selbst verabreicht, leistet Beihilfe zur Selbsttötung. Ist in Deutschland nicht strafbar, in Österreich mit bis zu fünf Jahren Haft bedroht.

Hinweis: Podiumsdiskussion "Sterbehilfe: Straftat oder Grundrecht?" am 26.2. um 19 Uhr in der Aula am Campus der Uni Wien, 1090 Wien Spitalgasse 2 / Hof 1

Teilnehmer: NRAbg Dr. Franz-Josef HUAINIGG (Behindertensprecher der ÖVP), Univ.-Prof. DDr. Heinz MAYER (Inst. für Staats- und Verwaltungsrecht/Uni Wien) und Rechtsanwalt Ludwig A. MINELLI (Generalsekretär Sterbeverein DIGNITAS)

Freier Eintritt, Sitzplatzreservierung unter office@religion-ist-privatsache.at

  • Manche Menschen wollen am Lebensende begleitet werden, andere wünschen sich einen raschen Tod
    foto: reuters/shaun best
    Foto: Reuters/Shaun Best

    Manche Menschen wollen am Lebensende begleitet werden, andere wünschen sich einen raschen Tod

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