Schlussverkauf lässt Inflation weiter sinken

24. Februar 2014, 11:27
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Die Inflationsrate sank im Jänner auf 1,5 Prozent, der Preisanstieg beim täglichen Einkauf bleibt deutlich über dem Durchschnitt

Die Inflationsrate ist in Österreich im Jänner im Jahresabstand auf 1,5 Prozent zurückgegangen - nach noch 1,9 Prozent im Dezember. Gegenüber dem Vormonat fielen die Preise um 0,9 Prozent. Ausschlaggebend dafür waren laut Statistik Austria fast ausschließlich Auswirkungen des Winterschlussverkaufes.

Die Jahresteuerungsrate von 1,5 Prozent entsprach im Jänner somit wieder dem Niveau vom Herbst 2013 - im Oktober und November lag sie bei 1,4 Prozent. Vor allem billigere Bekleidungsartikel waren für diesen deutlichen Rückgang verantwortlich. Diese waren im Jänner im Jahresabstand um 1,0 Prozent günstiger, im Dezember kam es in diesem Bereich noch zu einer Verteuerung um 3,4 Prozent.

Billigere Energie

Mit 1,7 Prozent deutlich geringer stiegen die Preise im Jahresabstand auch bei den Beherbergungsdienstleistungen, zudem verbilligte sich Haushaltsenergie um 0,3 Prozent. Am stärksten zogen im Jänner die Preise bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken an, nämlich um 2,7 Prozent. Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag für Österreich im Jänner um 1,5 Prozent über Vorjahr, nach +2,0 Prozent im Dezember. Die Teuerung beim Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) betrug im Jänner 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im Dezember waren es noch +2,0 Prozent gewesen.

Die Inflation beim täglichen Einkauf lag nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt. Das Preisniveau des Mikrowarenkorbes, der den täglichen Einkauf repräsentiert, stieg im Jahresabstand um 3,9 Prozent (Dezember: 3,8 Prozent), jener des Miniwarenkorbes für den wöchentlichen Einkauf stieg um 1,3 Prozent (1,4 Prozent).

Auch wenn die Inflationsrate seit geraumer Zeit deutlich unter dem von der Europäischen Zentralbank ausgegebenen Ziel von zwei Prozent liegt: Langfristig gesehen und im Vergleich ist Österreichs Inflationsrate recht hoch. Im Dezember war sie erstmals die höchste in der Eurozone und damit auch deutlich höher als in Deutschland. Seit 2007 ist der Preisanstieg in Österreich laut Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer um rund ein Drittel höher als bei den Nachbarn. Die mit März wirksamen Steuer- und Gebührenerhöhungen könnten den Inflationsaufschlag von damals 0,3 Prozentpunkten weiterhin vergrößern, schätzte Bruckbauer Ende Jänner.

Preisauftrieb in Eurozone bei 0,8 Prozent

Im Jänner lag die Teuerungsrate in der Eurozone bei 0,8 Prozent. Die niedrige Inflationsrate hatte die Befürchtung ausgelöst, die Preise könnten bald auf breiter Front fallen. Eine solche Deflationsspirale aus sinkenden Preisen und Konsumzurückhaltung der Verbraucher kann eine Wirtschaft lähmen. In den Krisenländern Zypern und Griechenland waren die Teuerungsraten mit minus 1,6 beziehungsweise minus 1,4 Prozent zu Jahresbeginn im negativen Bereich. Die EZB wird nächste Woche zu ihrer nächsten Ratssitzung zusammenkommen und die Inflationsdaten aus dem Währungsraum bei ihrem Zinsentscheid berücksichtigen. (APA/red, derStandard.at, 24.2.2014)

  • Steigende Preise beim täglichen Einkauf spüren die Bürger deutlich im Geldbörsel.
    foto: apa/müller

    Steigende Preise beim täglichen Einkauf spüren die Bürger deutlich im Geldbörsel.

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    grafik: apa
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