"Grenzen werden oft aus Unwissen überschritten"

24. Februar 2014, 10:25
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Letzte Woche löste ein rassistischer Legasthenie-Test an einem Wiener Gymnasium landesweit Empörung aus. Nur ein Einzelfall oder gehören Diskriminierungen zum Schulalltag?

"Grenzen werden oft aus Unwissen überschritten"

"Da stinkt's ja wie in einer Moschee" ist wohl nicht die freundlichste Begrüßung, wenn ein Lehrer in der Früh die Klasse betritt. Alltagsrassismen sind aber vereinzelt bei Lehrern anzutreffen, vor allem bei der älteren Generati- on. Sie sind mit Begriffen aufgewachsen, die für jüngere Kollegen ein klares Tabu darstellen. Heute, da sich die Zusammensetzung der Schulklassen verändert hat und der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund gestiegen ist, wäre es für Lehrer aber noch wichtiger, mehr Achtsamkeit auf ihre Wortwahl zu legen. "Wir sind hier in Österreich und lesen von links nach rechts, nicht umgekehrt wie in Arabien" - spaßhafte Bemerkung oder diskriminierend? Wo Rassismus anfängt, hängt meist vom Kontext ab. Grenzen werden oft nicht bewusst, sondern aufgrund von Unwissenheit oder Unüberlegtheit überschritten. Doch auch wenn etwas nicht rassistisch gemeint ist, kann es dennoch so aufgefasst wer- den. Sich persönlich bei einem Lehrer zu beschweren ist oft leichter gesagt als getan: Man hat Angst, gezielt schlechter benotet zu werden.

Jakob Pflügl (17), BRG Piaristengasse, Krems

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