Venezuela: Pensionisten demonstrieren für Maduro

24. Februar 2014, 08:12
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Staatschef Maduro geißelte "Medienkampagne" von CNN - Opposition kündigte weitere Demonstrationen an

Caracas/Washington - Die Kundgebungen gegen und für die Regierung Venezuelas dauern an. Jetzt sind die Pensionisten dran - die am Wochenende auf die Straßen gingen, um Staatschef Nicolas Maduro den Rücken zu stärken. Und dieser nutzt die Gelegenheit zu neuen Angriffen auf die politischen Gegner und den US-Nachrichtensender CNN. Aber auch Oppositionsführer Henrique Capriles will nicht klein beigeben.

Tausende Pensionisten sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zur Unterstützung der Regierung auf die Straße gegangen. Sie zogen am Sonntag vom Bolivar-Platz zum Präsidentenpalast Miraflores, um Staatschef Nicolas Maduro ihren Rückhalt zu versichern, wie die staatliche Nachrichtenagentur AVN berichtete. Viele ältere Menschen in Venezuela profitieren von den Sozialprogrammen der linksgerichteten Regierung.

Maduro nutzte die Kundgebung für neue Angriffe gegen die Opposition und die Vereinigten Staaten. Die jüngsten Proteste der Regierungsgegner sollten lediglich einen Vorwand für ein militärisches Eingreifen der USA liefern, sagte er.

CNN-Journalisten Akkreditierung entzogen

Auch gegen den Nachrichtensender CNN erhob der Präsident erneut schwere Vorwürfe. Der Sender sei für die aufgeheizte Stimmung im Land verantwortlich. "CNN will unser Vaterland zerstören, damit sie unser Öl stehlen können", sagte Maduro. Aus diesem Grund habe die Regierung den Journalisten von CNN in Venezuela die Presseakkreditierung entzogen.

Der Präsident Venezuelas hatte bereits zuvor Anschuldigungen vehement zurückgewiesen, seine Regierung unterdrücke die Meinungsfreiheit und verletze Menschenrechte. Seine Regierung sehe sich aktuell der "größten Manipulationskampagne" seit dem Staatsstreich 2002 gegenüber, sagte Nicolas Maduro laut dem auf Lateinamerika spezialisierten Internetportal "amerika21.de" bei einer Pressekonferenz mit Vertretern internationaler Medien am Freitag in Caracas.

Ziel dieser vor allem von internationalen Medienkonzernen wie CNN orchestrierten Kampagne sei es, ihn zu "dämonisieren" und als "Diktator" darzustellen. Maduro drohte dem Sender bereits mit einer völligen Abschaltung. Der kolumbianische Sender NTN24 wurde bereits aus dem Kabelnetz entfernt.

Der rechtskonservative Oppositionschef Capriles kündigte weitere Demonstrationen an, sollte Maduro den Regierungsgegnern nicht entgegenkommen. "Die Proteste werden fortgesetzt, bis unsere Meinung beachtet wird", schrieb er auf Twitter.

Seit knapp zwei Wochen gehen in Venezuela immer wieder Menschen gegen die Regierung auf die Straße. Sie demonstrieren gegen die schlechte Wirtschaftslage, die angespannte Sicherheitssituation und Maduros zunehmend autoritären Regierungsstil. Bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern und Oppositionellen kamen bisher elf Menschen ums Leben, über 130 weitere wurden verletzt. (APA, 24.2.2014)

  • Unterstützer von Venezuelas Präsident Maduro mit einem Bild seines Vorgängers Hugo Chavez.
    foto: ap photo/rodrigo abd

    Unterstützer von Venezuelas Präsident Maduro mit einem Bild seines Vorgängers Hugo Chavez.

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