Netflix gegen Netzbetreiber: Der Kampf um die Netzneutralität

22. Februar 2014, 18:01
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Streit zwischen beiden Seiten droht zu eskalieren - Streaming-Service wird in den USA immer langsamer

Streaming-Services wie Netflix erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. In Europa will der US-Platzhirsch nun ebenso vorpreschen und die unterschiedlichen Märkte aufmischen. Während das Netflix versucht, sich in anderen Weiten zu etablieren, hat das Unternehmen in den USA mit einem Gegner zu kämpfen: den US-Kabelbetreibern. Streaming-Services sind den Anbietern nämlich ein Dorn im Auge, da sie "die Leitungen verstopfen sollen".

Netflix wird langsamer

Die Betreiber fordern deshalb von Netflix, dass diese und andere datenintensive Plattformen zahlen sollen. Verschärft wird die Debatte dadurch, dass der Streaming-Dienst bei einem Großteil der US-Kunden immer langsamer geworden ist. Netflix gibt hierzu den Kabelbetreibern die Schuld, diese wehren sich jedoch gegen die Vorwürfe und betonen, dass jeder Datenverkehr gleichwertig behandelt wird.

Größere Firmen zahlen seit Jahren

Während bei dem Streit beide Seiten bockig bleiben, gab es in der Vergangenheit auch andere Beispiele. Große Firmen wie Google, Facebook und Microsoft zahlen etwa seit Jahren dafür, dass deren Datenpakete von den Betreibern bevorzugt behandelt werden. Für Netflix ist dies jedoch keine Option.

Rückschlag für Netflix

Der Streaming-Anbieter musste kürzlich auch vor Gericht einen Rückschlag hinnehmen. Einer Klage von Verizon gegen die US-Telekomaufsicht FCC, die 2010 eine Open-Internet-Regel beschlossen hatte, wurde Recht gegeben. Die Behörde hatte vor drei Jahren reglementiert, dass die Netzbetreiber im Umgang mit den unterschiedlichen Datenpaketen nicht wählerisch sein dürfen. Die Richter sprachen sich nun gegen die FCC aus und urteilten, dass die US-Agentur gar nicht solche Regelungen aufstellen hätte dürfen.

Netzneutralität

Befürworter der Netzneutralität fürchten, dass Internetanbieter wie Verizon oder Comcast nun von Webseiten-Betreibern für höhere Geschwindigkeiten mehr Geld verlangen beziehungsweise den Datenfluss verlangsamen oder bestimmte Seiten ganz blockieren könnten. Die Gegner versicherten, dass sich für die Verbraucher durch das Urteil nichts ändern werde. (dk, derStandard.at/Reuters, 22.02.2014)

  • Netflix gegen die US-Kabelbetreiber oder aber David gegen Goliath.
    foto: ap/sanchez

    Netflix gegen die US-Kabelbetreiber oder aber David gegen Goliath.

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