Methylhexanamin: Fettburner mit schweren Nebenwirkungen

22. Februar 2014, 09:07
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Das Stimulans wird Nahrungsergänzungsmitteln illegal zugesetzt

Sotschi - Methylhexanamin ist ein Stimulanzmittel, das in den vergangenen Jahren als vielen Nahrungsergänzungsmitteln illegal zugesetzt wird. Die Präparate werden unter anderem als "Fettburner" und als Produkte zur "Verbesserung der Sauerstoffkapazität bei harten Belastungen" intensiv beworben, heißt es im Online-Lexikon des Instituts für Biochemie in Köln.

Der deutschen Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle, die früher als Langläuferin zwei Olympiasiege gefeiert hatte, wurde Methylhexanamin zum Verhängnis.

Ernste Nebenwirkungen

Methylhexanamin ist ausschließlich im Wettkampf verboten, auch weil diese Substanz ernstzunehmende Nebenwirkungen nach sich ziehen kann. Neben gesundheitsgefährdenden Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System wie Blutdruckanstieg, können Kurzatmigkeit, Brustenge, Herzinfarkt und Hirnblutung die Folge sein. In einem Fall ist nach der Einnahme eines Methylhexanamin-haltigen Nahrungsergänzungsmittels eine akute Hepatitis sowie weitere Leberzellschädigungen aufgetreten.

Mit Dopingsubstanzen verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel, die nun für die ersten positiven Tests bei den Winterspielen in Sotschi gesorgt haben, sind laut Doping-Experten für Sportler ein großes Problem. Allein im Jahr 2013 sind nach Angaben des deutschen Experten Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln, weltweit knapp 400 solcher Fälle bekannt geworden.

Als Schutz für die Sportler wurde die sogenannte "Kölner Liste" ins Leben gerufen. Auf ihr stehen mehrere Hundert Nahrungsergänzungsmittel, die von Experten analysiert wurden und ein minimiertes Dopingrisiko besitzen. (APA/red, derStandard.at, 22.2.2014)

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