Neuer Berufungsprozess um Anschlag in Brescia 1974

21. Februar 2014, 18:23
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Bei Bombenanschlag starben damals acht Personen

Rom  - 40 Jahre nach einem rechtsextremistischen Bombenanschlag in der lombardischen Stadt Brescia, bei dem während einer Gewerkschafterkundgebung 1974 acht Personen ums Leben gekommen und 103 verletzt worden waren, muss ein neuer Prozess wegen des Anschlags stattfinden. Dies beschloss das Kassationsgericht in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, am Freitag.

Die Höchstrichter nahmen einen Antrag der Staatsanwaltschaft von Brescia gegen den Freispruch von zwei Angeklagten beim Berufungsprozess im Jahr 2010 an. Der Berufungsprozess gegen die beiden Angeklagten Carlo Maria Maggi und Maurizio Tramorte muss neu beginnen, beschlossen die Kassationsrichter. Die beiden waren in erster und zweiter Instanz aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

Freispruch bestätigt

Die Richter bestätigten den Freispruch eines dritten Angeklagten, Delfo Zorzi. Er lebt seit Jahren in Japan, von wo er nicht nach Italien ausgeliefert werden kann. Zorzi war in diesem Verfahren erstinstanzlich zu lebenslanger Haft verurteilt und zweitinstanzlich im März 2004 freigesprochen worden.

Nach vier Jahrzehnten und langwierigen Ermittlungen wurde noch kein Verantwortlicher für den Anschlag in Brescia gefunden. Im Laufe der Untersuchung tauchte immer wieder der Verdacht auf, dass italienische Geheimdienste in den Anschlag verwickelt waren. (APA, 21.2.2014)

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